Viseca verzeichnet aufgrund von COVID-19 starken Umsatzrückgang

COVID-19 beeinträchtigt das Resultat 2020 der Viseca. Dank der Firmenaufteilung in eine Issuing- und eine Dienstleistungsgesellschaft sowie der konsequenten Digitalisierung und Modularisierung des Angebots ist das Unternehmen allerdings ideal für die Zukunft aufgestellt. Damit dürfte die Viseca schnell von einem Aufschwung der Auslandsumsätze im Nachgang der Coronavirus-Pandemie profitieren und zügig zu alter Stärke zurückfinden.

2020 war geprägt von der globalen Coronavirus-Pandemie und den damit einhergehenden zeitweisen Schliessungen grosser Teile der Wirtschaft. Davon blieb auch die Viseca nicht verschont. Der konsolidierte Umsatz brach um 29.2 Prozent auf CHF 385.2 Mio. ein (Vorjahr: CHF 544.2 Mio.). Davon entfielen CHF 67.9 Mio. oder 12.5 Prozent auf den 2019 vollzogenen Verkauf der cashgate. Der restliche Rückgang von CHF 91.1 Mio. oder 16.7 Prozent ist eine direkte Folge von COVID-19. Entsprechend enttäuschend fällt das Konzernergebnis aus: Dieses ging von CHF 58.3 Mio. im Jahr 2019 auf CHF -20.4 Mio. im Jahr 2020 zurück. Der Rückgang im Konzernergebnis zieht sich über alle Erträge hinweg: Der Kommissionsertrag ging um 27.7 Prozent zurück, der Zinsertrag um 65.7 Prozent und die übrigen Erträge nahmen um 31.6 Prozent ab.

Per 31. Dezember 2020 beschäftigte die Viseca 739 Mitarbeitende (Vollzeitäquivalente), im Vorjahr waren es 783 Mitarbeitende. Die Bilanzsumme betrug per 31. Dezember 2020 1'142.0 Mio. (Vorjahr: CHF 1‘421.8 Mio.) und das Eigenkapital lag bei CHF 574.4 Mio. (Vorjahr: CHF 654.8 Mio.). Dies entspricht einer Eigenkapitalquote von 50.3 Prozent. Die Viseca ist trotz COVID-19 unverändert sehr solide kapitalisiert.

COVID-19 beeinflusst Transaktionsumsatz

Der Transaktionsumsatz betrug 2020 CHF 9'860 Mio. Das entspricht einem Rückgang von 9.3 Prozent gegenüber dem Vorjahr (CHF 10'868 Mio.). Intraregional (Euroraum) betrug der Rückgang 27.3 Prozent, interregional (restliches Ausland) sogar 51.2 Prozent. Der Rückgang ist getrieben von der starken Abnahme in den Bereichen «Tourismus» und «Unterhaltung». Im Inland verzeichnete die Viseca dagegen eine Zunahme beim Transaktionsumsatz von 9.2 Prozent, was vorab auf die starke Zunahme von über 30 Prozent im Retail-Bereich zurückzuführen ist. Diese Zunahme konnte die auch im Inlandgeschäft verzeichnete Abnahme im Reise- und Unterhaltungsbereich teilweise kompensieren.

Aufgrund von COVID-19 ist 2020 ein Wertberichtigungsbedarf auf den immateriellen Anlagen (CHF 11.1 Mio.) und beim Goodwill (CHF 39.3. Mio.) entstanden. Im Zusammenhang mit dem Verkauf des Druckcenters und des Petrol-Kartenportfolios der ehemaligen Geschäftseinheit Accarda wurden zudem Rückstellungen für Restrukturierungen in der Höhe von CHF 4.5 Mio. gebildet. Die Geschäftseinheit wurde per 1. Februar 2021 aufgelöst, da ihre Aktivitäten ins Kerngeschäft der Viseca integriert oder verkauft wurden. Dagegen konnte im vergangenen Jahr eine Einigung mit den Kantonen Nidwalden und Schwyz erzielt und die Steuerrückstellung in der Höhe von CHF 41.6 Mio. aufgelöst werden.

Kartenbestand auf Rekordniveau

Der Kartenbestand der Viseca lag per 31. Dezember 2020 bei 2.38 Millionen Karten und damit 42.6 Prozent über dem Vorjahresvergleichswert (1.67 Millionen Karten). Diese starke Zunahme ist primär auf die Lancierung der Manor World Mastercard® zurückzuführen: Bis Ende Jahr wurden mehr als 600'000 ehemalige myOne Zahlkarten erfolgreich auf die neue Gratis-Kreditkarte mit Treueprogramm migriert. Daneben konnte Viseca 2020 rund ein Dutzend weiterer Kundenbanken für die neuen Debit-Produkte gewinnen.

Aufteilung des Kartengeschäfts in Issuing und Dienstleister

Seit Oktober 2020 bietet die Viseca Kundenbanken die Möglichkeit, selbst Kartenherausgeber zu sein. Zu diesem Zweck wurden in der ersten Jahreshälfte im Rahmen zweier Fusionen die Accarda AG und die Aduno Finance AG in die Viseca integriert. Per 18. Juni 2020 wurde die Aduno Holding sodann in Viseca Holding umfirmiert. Per 26. Oktober 2020 fand schliesslich die seit rund zwei Jahren angestrebte Aufteilung des Unternehmens in eine Issuing- und eine Dienstleistungsgesellschaft statt.

In der neuen Issuing-Gesellschaft unter dem Namen Viseca Card Services SA ist das Kartenportfolio der Viseca gebündelt. Als Geschäftsführer dieser Gesellschaft konnten wir Reto Gross gewinnen, der im September 2020 zur Viseca wechselte. Die neue Viseca Payment Services SA betreut dagegen jene Kundenbanken, die künftig selbst Kartenherausgeber sein möchten, und bietet ihnen Dienstleistungen rund ums Kartengeschäft an. Max Schönholzer ist CEO der neuen Viseca Payment Services SA. Diese Gesellschaft betreibt die Kernaktivitäten der Viseca und beschäftigt rund 90 Prozent der Mitarbeitenden. Beide Gesellschaften gehören zu 100 Prozent der Viseca Holding. Erste Banken sind bereits mit Debit Mastercard® oder Visa Debit im neuen Issuer-Modell live. Weitere Kundenbanken haben Interesse signalisiert, einige sind bereits in der Projektphase.

Ausbau der one App und von Mobile Payment

Im Bereich der Produkte und Dienstleistungen konnte die Viseca 2020 verschiedene Meilensteine verzeichnen, allen voran der kontinuierliche Ausbau der führenden, mehrfach ausgezeichneten one App: Neben verschiedenen kleineren Updates wurde im November 2020 eine komplett neue Funktion eingeführt. «Spending Target» basiert auf einer gemeinsam mit den Auto-ID Labs der ETH Zürich und der Universität St. Gallen entwickelten App und bietet Kunden noch mehr Kontrolle über ihre Finanzen. Damit setzt Viseca konsequent auf die Weiterentwicklung der allseits beliebten Self-Services und fördert die Finanzkompetenz (Financial Literacy) der Kunden.

Mit der Lancierung von Google Pay im März konnte das Unternehmen zudem die Palette der Mobile-Payment-Lösungen komplettieren. Daneben wurden weitere Kundenbanken auf den bestehenden Mobile-Payment-Lösungen aufgeschaltet, SwatchPAY! mit Visa ermöglicht und Mobile-Payment-Lösungen für Business-Karten eingeführt. Und last but not least: Mit TouchWood hat Viseca im vergangenen Jahr in Zusammenarbeit mit der Zürcher Kantonalbank und Swiss Wood Solutions die weltweit erste Zahlkarte aus Holz entwickelt. Derzeit befindet sich das Projekt in der Pilotphase.

Contovista baut Kundenstamm aus

Contovista, die Schweizer Marktführerin für Data-driven Banking, konnte 2020 weitere Kundenbanken von ihren Lösungen überzeugen. Unter anderem konnte sie ihre im September 2019 gemeinsam mit Valiant und der Swisscom lancierte Multibanking-Lösung mit Finanzcockpit für KMUs erfolgreich bei der Aargauischen Kantonalbank implementieren. Zudem konnte Contovista eine grosse deutsche Hypothekarbank im Bereich des digitalen Kreditprozesses für ihre Analytics-Lösung gewinnen und die Luzerner Kantonalbank von ihrer PFM- und BFM-Lösung überzeugen.

Neu verantwortet Dominik Wurzer als Geschäftsführer von Contovista das Business. Seine Erfahrung in der Software-Industrie, im Verkauf und in der Strategie sind wertvolle Eigenschaften für das Unternehmen. Unterstützt wird er von Chief Operating Officer Olivier Brin, der schon länger dabei ist, sowie von Chief Sales Officer Claudia Dietschi, die per 1. Juli 2020 von Appway zu Contovista wechselte.