Anhang

Informationen zum Bericht

Die Viseca Holding SA (umfirmiert, früher Aduno Holding SA) ist ein in Zürich (Schweiz) ansässiges Unternehmen, das mit ihren Tochtergesellschaften (zusammen der Konzern genannt Viseca) Finanzdienstleistungen im Rahmen des bargeldlosen Bezahlens erbringt.

Tochterunternehmen Dienstleistungen

Viseca Card Services SA (Viseca Card Services)

Die Viseca Card Services SA gibt Zahlkarten (Issuing) unter den Marken der Kreditkartenorganisationen (Schemes) Mastercard und Visa heraus und bietet Kundenkarten mit Zahlfunktion an. Dies geschieht unter eigenem Brand oder im Co-Branding mit Banken, Händlern und anderen Partnern in der Schweiz.

Viseca Payment Services SA (Viseca Payment Services)

Die Viseca Payment Services SA erbringt Dienstleistungen im Bereich des bargeldlosen Zahlungsverkehrs, namentlich die Betreuung und Verarbeitung von Kredit-, Zahlungs-, Debit- und Wertkarten sowie weiterer Zahlungsmittel.

Contovista AG (Contovista)

Contovista entwickelt Software sowohl für Finance Management als auch für Analytics und stellt diese den Banken zur Verfügung.

Aufgrund der ausgegebenen Obligationsanleihen (Bonds CHF Domestic) ist die Viseca Holding SA in der Schweiz im Swiss Reporting Standard der SIX Swiss Exchange mit der ISIN-Nummer CH0246921537 kotiert.

Der Verwaltungsrat hat die konsolidierte Jahresrechnung am 15. April 2021 genehmigt. Die konsolidierte Jahresrechnung wird der auf den 1. Juni 2021 angesetzten Generalversammlung zur endgültigen Genehmigung vorgelegt.

Wichtigste Grundsätze der Rechnungslegung

Grundlagen der Abschlusserstellung

Diese Konzernrechnung vermittelt ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage («true and fair view») der Viseca. Sie ist in Übereinstimmung mit den gesamten bestehenden Richtlinien der Fachempfehlungen zur Rechnungslegung (Swiss GAAP FER) inklusive Swiss GAAP FER 31 «Ergänzende Fachempfehlungen für kotierte Unternehmen» erstellt worden. Als Grundlage für die Konzernrechnung dienten die nach einheitlichen Grundsätzen zur Rechnungslegung per 31. Dezember erstellten Jahresrechnungen der Konzerngesellschaften. Die Konzernrechnung basiert auf dem Prinzip der historischen Anschaffungs- oder Herstellungskosten, es sei denn, ein Standard schreibt für eine Abschlussposition eine andere Bewertungsgrundlage vor oder es wurde aufgrund eines Wahlrechts eine andere Bewertungsgrundlage angewendet. Die relevanten Rechnungslegungsgrundsätze für das Verständnis der konsolidierten Jahresrechnung sind in den spezifischen Erläuterungen im Anhang enthalten.

Bei den Aktivposten wird jährlich überprüft, ob Anzeichen einer Wertbeeinträchtigung vorliegen. Falls Anzeichen vorliegen, wird der erzielbare Wert bestimmt und wenn dieser den Buchwert übersteigt, eine entsprechend erfolgswirksame Buchung vorgenommen.

Die konsolidierte Jahresrechnung wird in Schweizer Franken, der funktionalen Währung des Unternehmens, dargestellt.

Soweit nicht anders vermerkt ist, wurden alle Finanzangaben in Schweizer Franken auf die nächste Tausenderstelle gerundet. Aus diesem Grund können Rundungsdifferenzen entstehen.

Die Konsolidierungs- und Bewertungsgrundsätze wurden gegenüber dem Vorjahr nicht verändert.

Konsolidierungsgrundsätze

Die Konzerngesellschaften umfassen jene Unternehmen, die direkt oder indirekt von der Viseca Holding SA (ehemals Aduno Holding SA) kontrolliert werden. Dabei bedeutet Kontrolle die Möglichkeit der Beherrschung der finanziellen und operativen Geschäftstätigkeiten des jeweiligen Unternehmens, um daraus entsprechenden Nutzen zu ziehen. Dies ist üblicherweise der Fall, wenn der Konzern über mehr als die Hälfte der Stimmrechte am Aktienkapital eines Unternehmens verfügt. Die Konzerngesellschaften werden von dem Datum an konsolidiert, an dem die Kontrolle an den Konzern übergeht. Zur Veräusserung vorgesehene Tochtergesellschaften werden ab dem Zeitpunkt vom Konsolidierungskreis ausgeschlossen, an dem diese Kontrolle nicht mehr gegeben ist.

Die Kapitalkonsolidierung erfolgt nach der Erwerbsmethode. Danach wird der Kaufpreis bzw. Buchwert der Beteiligungen mit dem Konzernanteil am neubewerteten Eigenkapital der konsolidierten Gesellschaften zum Zeitpunkt des Erwerbs oder der erstmaligen Konsolidierung aufgerechnet. Ein allfälliger Goodwill aus Beteiligungskäufen wird aktiviert und über 5 Jahre abgeschrieben. Alle konzerninternen Transaktionen, Salden und nicht realisierten Gewinne und Verluste aus Transaktionen zwischen Konzerngesellschaften werden vollständig eliminiert.

Die Anteile von Minderheiten am Eigenkapital und am Konzerngewinn werden in der Bilanz sowie in der Erfolgsrechnung separat ausgewiesen. Veränderungen in den Eigentumsanteilen an Tochtergesellschaften werden, vorausgesetzt die Kontrolle bleibt bestehen, als Eigenkapitaltransaktionen mit Minderheiten verbucht. Bei einem direkten Auskauf der Minderheiten wird die Transaktion zum Nettomarktwert bewertet und erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst.

Veränderungen im Konsolidierungskreis 2020

Im Berichtsjahr haben folgende Veränderungen im Konsolidierungskreis stattgefunden:

Im April 2020 wurde die Viseca Card Services II SA für die Herausgabe der Kreditkarten (Issuing Business) gegründet und im Mai 2020 fanden die Fusionen der Accarda AG und der Aduno Finance AG rückwirkend auf den 1. Januar 2020 mit der Viseca Card Services SA statt.

Im Juni 2020 wurde die Aduno Holding SA in Viseca Holding SA umfirmiert.

Im Oktober 2020 wurde bei der Viseca Card Services SA der Issuing-Teil ihres Geschäftes auf die Viseca Card Services II SA abgespalten. Danach wurden beide Gesellschaften umfirmiert. Die Viseca Card Services SA wurde zu Viseca Payment Services SA und die Viseca Card Services II SA zu Viseca Card Services SA. 

Die cashgate AG, welche für das Privatkredit- und Leasinggeschäft zuständig war, wurde per 2. September 2019 veräussert.

Die detaillierten Angaben sind unter Punkt 4.1 zu finden.

Währungsumrechnung

Fremdwährungstransaktionen in Unternehmensgesellschaften

Die in den Einzelabschlüssen der konsolidierten Gesellschaften enthaltenen Fremdwährungstransaktionen und -positionen werden wie folgt umgerechnet: Fremdwährungstransaktionen werden zum Kurs des Transaktionstages (aktueller Kurs) in die Buchwährung umgerechnet. Am Jahresende werden monetäre Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten in fremder Währung zum Bilanzstichtagskurs erfolgswirksam verbucht.

Umrechnung von zu konsolidierenden Jahresrechnungen

Die Konzernrechnung wird in Schweizer Franken präsentiert. Vermögenswerte und Verbindlichkeiten von Konzerngesellschaften mit abweichender Währung werden zu Jahresendkursen (Stichtagskursen), das Eigenkapital zu historischen Kursen, die Erfolgsrechnung und Geldflussrechnung zu Jahresdurchschnittskursen umgerechnet. Die dabei anfallenden Umrechnungsdifferenzen werden erfolgsneutral über das Eigenkapital gebucht. Bei Veräusserung einer ausländischen Konzerngesellschaft werden die zugehörigen kumulierten Fremdwährungsdifferenzen in die Erfolgsrechnung übertragen.

Folgende wesentliche Wechselkurse wurden verwendet:

 

Durchschnitt 2020

Durchschnitt 2019

Stichtag per 31.12.2020

Stichtag per 31.12.2019

EUR 1

1.0825

1.1223

1.0946

1.0960

USD 1

0.9445

1.0026

0.8908

0.9778

GBP 1

1.2161

1.2811

1.2130

1.2835

Annahmen und Einschätzungen des Managements

Zur Erstellung der konsolidierten Jahresrechnung nach Swiss GAAP FER muss das Management von Schätzungen, Beurteilungen und Annahmen ausgehen, die sich auf die Anwendung von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und die angegebene Höhe von Aktiven, Passiven, Erträgen und Aufwendungen auswirken. Die Schätzungen und zugehörigen Annahmen basieren auf bisherigen Erfahrungen und verschiedenen anderen als sinnvoll erachteten Faktoren. Die tatsächlichen Ergebnisse können von diesen Schätzungen abweichen.

Die Schätzungen und zugrunde liegenden Annahmen werden regelmässig überprüft. Änderungen von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen werden in der aktuell überprüften sowie in zukünftig betroffenen Perioden erfasst.

Vom Management bei der Anwendung von Swiss GAAP FER vorgenommene Beurteilungen, die sich erheblich auf den Jahresabschluss auswirken, sowie Schätzungen mit einem hohen Anpassungsrisiko im nächsten Jahr werden in den Erläuterungen dargelegt.

Einfluss von COVID-19 auf die Berichterstattung

Die vom Bund verordneten Lockdowns sowie die weltweiten Einschränkungen aufgrund der COVID-19-Pandemie hatten massive Einbussen im Konsumgeschäft zur Folge. Die Viseca hat im Geschäftsjahr 2020 massive Umsatzeinbussen zu verzeichnen und weicht aufgrund dessen stark vom erwarteten Konzernergebnis ab. Der Effekt ist vor allem bei den Positionen «Kommissionsertrag» und «übrige betriebliche Erträge» ersichtlich (siehe auch Anhang Nr. 1.2).

Die Aktivposten der Unternehmung werden vom Management überwacht. Auf den immateriellen Anlagen «Kundenbeziehungen» und «Lizenzen» wurde eine Wertberichtigung über CHF 11.1 Mio. getätigt. Es wurde ebenfalls auf dem Goodwill aus den Akquisitionen der Accarda AG und Contovista AG eine Wertberichtigung von CHF 39.3 Mio. vorgenommen.

1 Performance

In diesem Kapitel wird die operative Leistung der Viseca präsentiert. Die Segmentberichterstattung bildet die auf der obersten Leitungsebene für die Unternehmenssteuerung verwendeten Segmentergebnisse ab.

1.1 Segmentberichtserstattung

Die externe Segmentberichterstattung basiert auf der internen Berichterstattung, die von der Geschäftsleitung für die Unternehmenssteuerung verwendet wird.

Durch die Aufspaltung der Viseca Payment Services SA (ehemals Viseca Card Services SA) in eine Issuing- und eine Processing-Gesellschaft im Oktober 2020 wurde das ehemalige Segment Payment ebenfalls in ein Issuing- und ein Processing-Segment aufgeteilt.

Segment Tätigkeit

Issuing

Der Geschäftsbereich Issuing zeichnet sich für die Herausgabe von Zahlkarten verantwortlich. Sie bietet Kundenbanken wie auch Endkunden eine breite Palette modernster Kartenprodukte an. 
Die Haupteinnahmequellen in dieser Geschäftseinheit sind Verrechnungs- und Kommissionsgebühren, Jahresgebühren für Karten, Dienstleistungserträge sowie Erträge aus Fremdwährungstransaktionen und Zinsen.

Processing

Der Geschäftsbereich Processing stellt Dienstleistungen für bargeldloses Zahlen über Kredit-, PrePaid-, Debit- und Kundenkarten für Privat- und Unternehmenskunden bereit und erbringt die zugehörigen Transaktions- und Kundendienstleistungen in diesem Bereich. 
Die Haupteinnahmequellen in dieser Geschäftseinheit sind Processing- und weitere Dienstleistungserträge. Contovista, welche ebenfalls zu diesem Geschäftsbereich gehört, stellt Softwarelösungen für Banken zur Verfügung und erzielt aus diesem Geschäft Einnahmen aus Projekten und Software-Lizenzen.

Consumer Finance

Der Geschäftsbereich Consumer Finance bietet Privat- und Unternehmenskunden Leasingverträge und Kredite für Verbrauchsgüter an. Der Geschäftsbereich Consumer Finance wird durch cashgate betrieben. Die Haupteinnahmequellen sind Erträge aus Zinsen und Kommissionen sowie Gebühren für kostenpflichtige Dienstleistungen. Dieser Geschäftsbereich wurde im September 2019 verkauft.

Corporate Functions

In diesem Segment wird das Ergebnis der Viseca Holding sowie die Treasury-Dienstleistungen der Aduno Finance, welche die Behandlung von Zahlungen und die Bearbeitung von Fremdwährungstransaktionen umfassen, ausgewiesen. Der Veräusserungserfolg aus dem Verkauf der Konzerngesellschaften sowie die unternehmensübergreifenden Konsolidierungsposten und Umgliederungen werden ebenso in diesem Segment gezeigt.

Die folgende Tabelle enthält Informationen über die Geschäftssegmente, die auf der Bewertung der Geschäftsleitung und der internen Berichtsstruktur, jeweils per 31. Dezember, basieren.

 

Issuing

Processing

Consumer Finance

Corporate Functions

Konsolidiert

In 1’000 CHF

20201

20192

20201

20192

2020

2019

2020

2019

2020

2019

Betriebsertrag

86’555

0

376’786

473’411

0

67’455

–78’099

3’344

385’242

544’210

Betriebsaufwand

151’604

0

372’221

535’631

0

51’467

–68’656

16’689

455’170

603’786

Betriebliches Ergebnis

–65’049

0

4’565

–62’220

0

15’988

–9’443

–13’345

–69’928

–59’576

Ordentliches Ergebnis

–65’049

0

7’644

–43’907

0

14’892

–9’323

–18’299

–66’729

–47’314

Betriebsfremdes Ergebnis

0

0

–5’416

–5’126

0

–7’867

5’416

167’472

0

154’478

Ertragssteuern

5’873

0

38’039

–37’113

0

–1’851

2’398

–9’874

46’310

–48’838

Konzernergebnis

–59’176

0

40’266

–86’146

0

5’174

–1’509

139’298

–20’419

58’326

1)Die Viseca Payment Services SA wurde per 1. Oktober 2020 in eine Issuing- und eine Processing-Gesellschaft aufgespalten. Daher beinhaltet das Segment Issuing im 2020 die letzten drei Monate der abgespaltenen Viseca Card Services SA.

2)Der getrennte Ausweis der Segmente ist datentechnisch erst seit der effektiven operativen Umsetzung der Spaltung in das Issuing- und Processing-Geschäft möglich, daher wurden die neuen Geschäftsbereiche in den ersten neun Monate 2020 sowie der Vorjahresvergleich gemeinsam unter dem Segment Processing dargestellt. Dieses entspricht dem bisherigen Segment Payment.

1.2 Weiterführende Informationen zu ausgewählten Erfolgsrechnungspositionen

Ergänzende Informationen zum Kommissionsertrag

In 1’000 CHF

2020

2019

Interchange-Erträge

74’378

93’136

Fremdwährungskommissionen

43’284

68’606

Übrige Kommissionserträge

21’704

31’138

 

 

 

Kommissionsertrag

139’366

192’880

Ergänzende Informationen zum Zinsertrag

In 1’000 CHF

2020

2019

Zinsertrag

33’670

98’142

 

 

 

Zinsertrag

33’670

98’142

Ergänzende Informationen zu den übrigen betrieblichen Erträgen

In 1’000 CHF

2020

2019

Fremdwährungserfolg

32’784

56’011

Erträge aus Dienstleistungen

46’693

59’086

Übrige Erträge

10’889

16’968

 

 

 

Übrige betriebliche Erträge

90’366

132’065

Die Reduktion des Kommissionsertrages sowie der übrigen betrieblichen Erträge ist hauptsächlich auf die COVID-19-Pandemie zurückzuführen. Die Lockdowns im In- und Ausland führten zu einem tieferen Transaktionsumsatz.

Der tiefere Zinsertrag resultierte im Vergleich zu 2019 aus dem Verkauf der cashgate. Diese trug im 2019 noch rund CHF 59.1 Mio. zum Ertrag bei.

Rechnungslegungsgrundsätze

Kategorie
Rechnungslegungsgrundsatz

Kommissionsertrag

Beim Kommissionsertrag handelt es sich um transaktionsbasierte Gebühren, die netto an Kunden in allen Geschäftsfeldern verrechnet werden. Sie werden transaktionsbasiert und bereits bereinigt um Gebühren zum Zeitpunkt der Transaktion erfasst.

Jahresgebühren

Die jährlichen Gebühren werden linear über die Laufzeit des Dienstleistungsvertrags erfasst und entsprechend abgegrenzt.

Zinsertrag

Der Zinsertrag beinhaltet Zinsen aus Kurzfristkrediten an Kreditkarteninhaber. Im Kartengeschäft können Kreditkarteninhaber ihren Saldo auf der Kreditkarte in einen Privatkredit umwandeln, für den die Viseca während der Laufzeit Zinsen erhebt. Zudem umfasst der Zinsertrag im 2019 auch Zinsen aus Leasingfinanzierungen an Privat- und Unternehmenskunden.

Übrige betriebliche Erträge

Die übrigen betrieblichen Erträge beinhalten im wesentlichen Fremdwährungserfolge, Erträge aus Dienstleistungen und übrige Erträge. Der Fremdwährungserfolg wird transaktionsbasiert zum Zeitpunkt der Transaktion erfasst. Die Fremdwährungsumrechnung von Abrechnungen von Kunden des Kartengeschäfts der Viseca basiert auf einem typischen Wechselkurs nahe dem Kassakurs, die Abrechnung erfolgt nahe der Interbankrate (Interbankrate plus Credit Spread der Viseca). Bei den Erträgen aus Dienstleistungen kommt der grösste Teil aus dem Kundenkartengeschäft, ebenfalls sind darin die Processing-Erträge enthalten. In den übrigen Erträgen ist auch der Umsatz aus dem Softwaregeschäft der Contovista abgebildet.

1.3 Weiterführende Informationen zu ausgewählten Betriebsaufwandspositionen

In 1’000 CHF

2020

2019

Kartenbearbeitungsaufwände

44’927

46’826

Dienstleistungsaufwände

32’900

34’083

Processing- und Serviceaufwand

77’826

80’909

Vertriebskanalentschädigung

72’349

83’190

Aufwand für Kundenbindung

11’087

10’278

Werbeaufwand

7’369

15’006

Vertriebsaufwand

98

102

Marketing- und Vertriebsaufwand

90’904

108’577

Zinsaufwand

8’950

11’794

Erwarteter Kreditverlust im Kartengeschäft, Kreditkarten

885

1’322

Erwarteter Kreditverlust im Kartengeschäft, übrige Zahlkarten

655

3’485

Erwarteter Kreditverlust im Consumer Finance

0

6’487

Wertminderungsaufwand auf dem Kommissionsertrag

1’348

1’600

Erwarteter Kreditverlust und Wertminderungsaufwand

2’888

12’895

Löhne und Gehälter

88’041

99’399

Sozialversicherungsaufwand

8’916

10’031

Personalvorsorgeaufwand

6’034

7’418

Übriger Personalaufwand

11’380

9’384

Personalaufwand

114’372

126’232

Beratungs- und Revisionsaufwand

42’030

55’737

Informatikaufwand

27’422

27’435

Telefon und Porti

1’885

2’212

Raumaufwand

7’259

10’119

Reise- und Repräsentationsaufwand

194

662

Gewinn/Verlust aus der Veräusserung von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten

242

500

Übriger Verwaltungsaufwand

6’825

9’511

Übriger Betriebsaufwand

85’857

106’177

Rechnungslegungsgrundsätze

Aufwände werden periodengerecht erfasst, d.h. zum Zeitpunkt in dem sie anfallen. Die nachfolgende Aufstellung enthält Informationen zu ausgewählten Aufwandspositionen.

Kategorie Rechnungslegungsgrundsatz

Processing- und Serviceaufwand

Die Processing- und Serviceaufwände enthalten Bearbeitungsgebühren für Dienstleistungspartner, Gebühren für die Nutzung des weltweiten Netzes der Kartenorganisationen und weitere Dienstleistungsgebühren. 

Marketing- und Vertriebsaufwand

Die Viseca bietet ein Kundenbindungsprogramm an, bei dem die Kunden mit ihren Kartentransaktionen Punkte sammeln, die auf speziellen Punktekonten erfasst werden. Die Kunden können die Punkte gegen Geschenke, Gutscheine und Jahresgebührengutschriften eintauschen. Der aufgrund der gesammelten Punkte geschätzte, zukünftige Aufwand erhöht die passive Rechnungsabgrenzung. In den Fällen, in denen Bonusprogramme durch Dritte durchgeführt werden, werden die fakturierten Kosten direkt im Aufwand erfasst.

Zinsaufwand

Der Zinsaufwand besteht mehrheitlich aus dem Aufwand zur Refinanzierung der Zinsertrag generierenden Geschäftsbereiche. Der Zinsaufwand wird mit der Effektivzinsmethode berechnet und entsprechend erfasst.

Erwarteter Kreditverlust auf finanziellen Vermögenswerten

Der erwartete Kreditverlust auf finanziellen Vermögenswerten ergibt sich hauptsächlich aus Forderungsausfällen und aus der Erhöhung der erwarteten Kreditverluste im Kartengeschäft und im Geschäftsbereich Consumer Finance.

Wertminderungsaufwand auf dem Kommissionsertrag

Der Wertminderungsaufwand auf dem Kommissionsertrag beinhaltet Wertminderungen von betrügerischen und Chargeback-Transaktionen, die keinen Kreditverlust darstellen. 

1.5 Ergebnis pro Aktie

In 1’000 CHF bzw. wie angemerkt

2020

2019

Den Aktionären des Unternehmens zuweisbarer Verlust / Gewinn

–20’419

58’616

Gewichtete durchschnittliche Anzahl ausstehender Stammaktien

25’000

25’000

Ergebnis pro Aktie in CHF

–816.74

2’344.64

Da keine Wandelanleihen, Bezugsrechte oder andere potenzielle Aktien im Umlauf sind, besteht keine Verwässerung der Aktien.

2   Operative Vermögenswerte und Verbindlichkeiten

Im folgenden Kapitel werden die für die Geschäftstätigkeit der Viseca relevanten Positionen des Umlauf- und Anlagevermögens sowie der Verbindlichkeiten dargelegt. Die Erläuterungen zu den Vermögenswerten fokussieren auf die Forderungen aus dem Kartengeschäft, den Goodwill sowie die immateriellen Anlagen. Des Weiteren enthält dieses Kapitel die Darstellung der Entwicklung der Rückstellungen und der Ausserbilanzgeschäfte sowie Erläuterungen zu ausgewählten, betrieblich relevanten Positionen.

2.1 Forderungen aus dem Kartengeschäft

In 1’000 CHF

31.12.2020

31.12.2019

Forderungen im Scope der ECL-Berechnung*

 

 

Forderungen gegenüber Karteninhabern, Kreditkartengeschäft

485’363

447’660

Inkassoforderungen, Kreditkartengeschäft

4’622

4’105

 

 

 

Forderungen gegenüber Karteninhabern, übrige Zahlkarten

80’455

221’873

Inkassoforderungen, übrige Zahlkarten

8’930

9’816

Übrige Forderungen aus dem Kartengeschäft, übrige Zahlkarten

2’188

2’019

 

 

 

Wertminderungen

–11’280

–11’529

 

 

 

Forderungen nicht im Scope der ECL-Berechnung*

 

 

Forderungen aus Fraud und Chargeback

1’153

403

Wertminderungen

–169

–81

 

 

 

Total Forderungen aus dem Kartengeschäft

571’261

674’265

*Wertberichtigungen für zweifelhafte Forderungen berechnen sich basierend auf dem Modell der erwarteten Kreditverluste («Expected Credit Loss», «ECL»).

Forderungen Kartengeschäft
Beschreibung

Forderungen aus dem Kartengeschäft, Kreditkartengeschäft

Die Forderungen gegenüber den Karteninhabern (Kreditkartengeschäft) bestehen aus offenen Salden bei den Kreditkartenkonten sowie Debitkonten. Offene Forderungen gegenüber Karteninhabern, die länger als 90–120 Tage fällig sind, werden auf ein spezielles und überwachtes Inkassoportfolio übertragen, das unter den «Inkassoforderungen, Kreditkartengeschäft» ausgewiesen wird. 

Forderungen aus dem Kartengeschäft, übrige Zahlkarten

Die Forderungen gegenüber den Karteninhabern bestehen aus offenen Salden bei den übrigen Zahlkartenkonten. Der grösste Teil der Zahlkarten-Forderungen stammt aus dem homogenen Retailkarten-Portfolio mit einer langen Historie. Der kleinere Teil der Zahlkarten-Forderungen setzt sich aus einem heterogenen Firmenkunden-Portfolio und einem Retailkarten-Portfolio mit kurzer Historie zusammen. Offene Forderungen gegenüber Karteninhabern, die die Übertragungskriterien erfüllen, werden auf ein spezielles und überwachtes Inkassoportfolio übertragen, das ein Bestandteil der «Inkassoforderungen, übrige Zahlkarten» ist.

Forderungen aus Fraud und Chargeback

Wenn eine Transaktion eines Karteninhabers möglicherweise einen Betrug darstellt oder der Karteninhaber einen Chargeback geltend macht, wird der jeweilige Saldo auf ein spezielles Portfolio übertragen, bis der Fall geregelt ist. Für alle in diesem Portfolio enthaltenen Forderungen werden entsprechende Wertberichtigungen vorgenommen, die allerdings nicht dem Modell der erwarteten Kreditverluste unterliegen. Der Saldo aller aktuell untersuchten betrügerischen und Chargeback-Transaktionen ist unter «Forderungen aus Fraud und Chargeback» angegeben.

Management von Kreditrisiken im Kartengeschäft

Es liegt in der Natur des Kreditkartengeschäfts, dass Kunden vorübergehend beim Kartenunternehmen Verbindlichkeiten haben.

Die Gegenpartei eines Kredits im Geschäftsbereich Kartengeschäft ist ein Privat- oder Unternehmenskunde, der eine Zahlkarte für Einkäufe oder Bargeldbezüge verwendet. Alle Kunden, die eine Kreditkarte beantragen, werden im Rahmen eines Kreditratings eingestuft, bevor eine Kreditkarte ausgestellt wird. Wenn ein Kunde die hierbei geltenden strengen Kriterien nicht erfüllt, wird der Antrag abgelehnt.

Das Risiko- und Kreditmanagement ist ein zentraler Prozess im Kartengeschäft und die Viseca verwendet deshalb verfeinerte Tools zur Risikoanalyse und Zahlungsverzugsberichte, um die bestehenden Risiken zu überwachen und einzuschätzen. Alle Zahlungseingänge von Kunden werden genau beobachtet.

Die Viseca stellt Kreditkarten im Namen verschiedener Vertriebspartner aus. Die Viseca hat mit einigen ihrer Partner im Kartengeschäft Verträge abgeschlossen, bei denen der Partner das Verlustrisiko für ausstehende Forderungen trägt. Wenn ein Karteninhaber in Zahlungsverzug ist, wird der ausstehende Betrag vollständig vom Partner übernommen. Wenn ein Karteninhaber nicht über einen Partner, sondern direkt mit der Viseca in Beziehung steht, trägt die Viseca das Ausfallrisiko.

Rechnungslegungsgrundsätze

Forderungen gegenüber Karteninhabern werden grundsätzlich zum Nominalwert bewertet. Bei Kunden mit Teilzahlungsoption oder Kunden in Verzug wird mit der Effektivzinsmethode gerechnet.

Wertminderungsaufwände werden in den Wertberichtigungskonten für Forderungen verbucht, ausser wenn die Viseca davon überzeugt ist, dass der geschuldete Betrag nicht mehr einbringbar ist. In diesem Fall wird der als uneinbringlich betrachtete Betrag direkt in der Forderung abgeschrieben.

Modell der erwarteten Kreditverluste («Expected Credit Loss»)

Wertberichtigungen für zweifelhafte Forderungen berechnen sich basierend auf dem Modell der erwarteten Kreditverluste («Expected Credit Loss», «ECL»). Dabei werden die Forderungen in eine von drei Stufen eingeteilt, auf Basis derer die ECL-Berechnung erfolgt.

Eine Beurteilung darüber, ob das Kreditrisiko erheblich gestiegen ist, wird zu jedem Bilanzstichtag durchgeführt. Die Beurteilung berücksichtigt sowohl quantitative als auch qualitative Faktoren. Sofern nicht bereits früher identifiziert, wird eine Forderung aus dem Kartengeschäft der Stage 2 zugewiesen, wenn die Zahlungen 60 Tage überfällig sind. Forderungen werden aus der Stage 2 zurück in die Stage 1 übertragen, wenn ihr Kreditrisiko nicht mehr als erheblich erhöht betrachtet wird. Die Viseca weist einen Kunden der Stage 3 zu, wenn entsprechende Mahnprozesse nicht erfolgreich waren und der Kunde in das Vorinkasso- und rechtliche Inkassoverfahren aufgenommen werden muss. Dieser Übertragungsentscheid wird für jeden Kunden von Fall zu Fall getroffen und erfolgt im Allgemeinen, wenn die Zahlungen zwischen 90 und 120 Tage überfällig sind. Verträge der Kunden im Inkassoverfahren werden gekündigt, dadurch ist eine Verbesserung aus Stage 3 nicht mehr möglich. Forderungen in Stage 3, die älter als 2 Jahre sind, werden abgeschrieben. Aus historischer Betrachtung geht die Viseca davon aus, dass auf diesen Forderungen keine wesentlichen Rückflüsse mehr zu erwarten sind.

Die Wertminderung wird nach Ermessen des Managements auf der Grundlage angepasst, ob die tatsächlichen Verluste angesichts der aktuellen Wirtschafts- und Kreditbedingungen höher oder geringer sind als diejenigen, die durch historische Trends erwartet werden. Das Management erachtet die Wertminderung für zweifelhafte Forderungen aus dem Kartengeschäft als angemessen.

2.2  Sachanlagen

In 1’000 CHF

Betriebseinrichtungen

IT- und Büroausstattungen

Fahrzeuge

Mieterausbauten

Gebäude

Total

Anschaffungskosten

 

 

 

 

 

 

Bestand per 1. Januar 2020

1’724

12’156

0

10’849

0

24’730

Zugänge

92

42

18

52

0

204

Umbuchungen

734

–54

0

–202

0

478

Abgänge und andere Änderungen

–133

–2’125

–0

–3

0

–2’261

Bestand per 31. Dezember 2020

2’417

10’020

18

10’695

0

23’151

 

 

 

 

 

 

 

Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungen

 

 

 

 

 

 

Bestand per 1. Januar 2020

–938

–9’888

0

–7’992

0

–18’818

Laufender Abschreibungsaufwand

–417

–1’059

–2

–895

0

–2’373

Wertbeeinträchtigungen

–13

–438

0

–112

0

–564

Abgänge und andere Änderungen

103

2’114

–0

1

0

2’217

Bestand per 31. Dezember 2020

–1’265

–9’272

–2

–8’998

0

–19’537

 

 

 

 

 

 

 

Nettobuchwert

 

 

 

 

 

 

Per 1. Januar 2020

786

2’268

0

2’857

0

5’912

Per 31. Dezember 2020

1’152

748

16

1’697

0

3’614

Aufgrund der Integration der Business Unit Accarda in die Viseca Payment Services SA können Teile der bestehenden Sachanlagen am Standort Brüttisellen nur noch bis Ende des 2. Semesters 2021 verwendet werden. Der Ausfall der massgeblichen Erlöse aus den betreffenden Geschäftsbereichen hatte einen Wertberichtigungsbedarf per 31. Dezember 2020 zur Folge. Auf den Sachanlagen des Standorts Brüttisellen wurden aus diesem Grund Sonderabschreibungen über CHF 564 Tsd. vorgenommen.

In 1’000 CHF

Betriebseinrichtungen

IT- und Büroausstattungen

Fahrzeuge

Mieterausbauten

Gebäude

Total

Anschaffungskosten

 

 

 

 

 

 

Bestand per 1. Januar 2019

3’793

12’219

916

10’241

1’939

29’108

Veränderung Konzern

–167

–299

–809

–567

–1’939

–3’781

Zugänge

307

207

0

388

0

903

Umbuchungen

–1’097

302

0

795

0

0

Abgänge und andere Änderungen

–1’112

–273

–107

–9

0

–1’500

Bestand per 31. Dezember 2019

1’724

12’156

0

10’849

0

24’730

 

 

 

 

 

 

 

Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungen

 

 

 

 

 

 

Bestand per 1. Januar 2019

–1’659

–8’595

–372

–5’360

–448

–16’433

Veränderung Konzern

122

190

427

212

490

1’442

Laufender Abschreibungsaufwand

–386

–1’761

–104

–2’845

–42

–5’137

Abgänge und andere Änderungen

984

277

49

1

0

1’311

Bestand per 31. Dezember 2019

–938

–9’888

0

–7’992

0

–18’818

 

 

 

 

 

 

 

Nettobuchwert

 

 

 

 

 

 

Per 1. Januar 2019

2’134

3’624

544

4’881

1’492

12’675

Per 31. Dezember 2019

786

2’268

0

2’857

0

5’912

Rechnungslegungsgrundsätze

Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellkosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungsaufwände bilanziert. Abschreibungen erfolgen linear über die geschätzte Nutzungsdauer. Die geschätzte Nutzungsdauer erstreckt sich wie folgt:

Kategorie
Geschätzte Nutzungsdauer

Betriebseinrichtungen

5 bis 10 Jahre

IT- und Büroausstattungen

2 bis 5 Jahre

Fahrzeuge

4 bis 5 Jahre

Mieterausbauten

10 Jahre oder bis Ende der Mietdauer, falls diese kürzer ist

Gebäude

25 Jahre

Nutzungsdauern und Restwerte werden jährlich zum Bilanzstichtag überprüft und allfällige Wertbeeinträchtigungen werden in der Erfolgsrechnung erfasst.

Wertbeeinträchtigungen

Aktive Vermögenswerte werden an jedem Bilanzstichtag auf ihre Werthaltigkeit geprüft. Liegen Anzeichen vor, die darauf hindeuten, dass die Sachanlagen in ihrem Wert beeinträchtigt sein könnten, wird der erzielbare Wert bestimmt. Übersteigt der Buchwert des Aktivums den erzielbaren Wert, erfolgt eine erfolgswirksame Wertanpassung.

2.3 Goodwill und immaterielle Vermögenswerte

In 1’000 CHF

Goodwill

Software

Lizenzen

Kundenbeziehungen

Total immaterielle Vermögenswerte exkl. Goodwill

Anschaffungskosten

 

 

 

 

 

Bestand per 1. Januar 2020

84’788

26’489

8’417

126’296

161’202

Umbuchungen

0

–478

0

0

–478

Abgänge und andere Änderungen

0

–21’237

0

0

–21’237

Bestand per 31. Dezember 2020

84’788

4’774

8’417

126’296

139’487

 

 

 

 

 

 

Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungen

 

 

 

 

 

Bestand per 1. Januar 2020

–29’467

–22’374

–2’863

–117’558

–142’795

Laufender Abschreibungsaufwand

–15’973

–1’632

–967

–2’183

–4’782

Wertbeeinträchtigungen

–39’349

–220

–4’560

–6’555

–11’334

Abgänge und andere Änderungen

0

21’013

0

0

21’013

Bestand per 31. Dezember 2020

–84’788

–3’212

–8’390

–126’296

–137’898

 

 

 

 

 

 

Nettobuchwert

 

 

 

 

 

Per 1. Januar 2020

55’321

4’115

5’554

8’738

18’407

Per 31. Dezember 2020

0

1’561

28

0

1’589

Im Rahmen der Überprüfung der Werthaltigkeit der immateriellen Vermögenswerte wurde bei den «Lizenzen» und den «Kundenbeziehungen» eine zusätzliche Einzelwertberichtigung in der Höhe von CHF 11.1 Mio. nötig. Die «Kundenbeziehungen» wurden nach der gleichen Methodik beurteilt, wie sie bei der Aktivierung aus der Kaufpreisallokation der Accarda AG angewandt wurde. Bei den «Lizenzen» wurde die Berechnungsmethode an die Berechnungsmethode der «Kundenbeziehungen» angepasst. Die Berechnungsgrundlagen waren aufgrund von COVID-19 und dem damit verbundenen Umsatzrückgang tiefer als bei der ursprünglichen Aktivierung der Vermögenswerte. Zusätzlich wurde auf dem Softwarebestand der Business Unit Accarda eine Sonderabschreibung über CHF 220 Tsd. vorgenommen.

Auch der Goodwill wurde einem Werthaltigkeitstest unterzogen. Dieser hat gezeigt, dass eine negative Entwicklung der Rahmenbedingungen und der Effekt durch COVID-19 eine Wertbeeinträchtigung notwendig macht. Deshalb wurde er vollständig wertberichtigt. 

In 1’000 CHF

Goodwill

Software

Lizenzen

Kundenbeziehungen

Total immaterielle Vermögenswerte exkl. Goodwill

Anschaffungskosten

 

 

 

 

 

Bestand per 1. Januar 2019

85’708

26’195

9’325

158’592

194’113

Veränderung Konzern

–920

–1’320

–944

–32’296

–34’560

Zugänge

0

1’646

36

0

1’682

Abgänge und andere Änderungen

0

–33

0

0

–33

Bestand per 31. Dezember 2019

84’788

26’489

8’417

126’296

161’202

 

 

 

 

 

 

Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungen

 

 

 

 

 

Bestand per 1. Januar 2019

–12’714

–4’796

–446

–29’501

–34’743

Veränderung Konzern

0

1’019

937

25’306

27’262

Laufender Abschreibungsaufwand

–16’752

–3’963

–1’335

–23’724

–29’022

Wertbeeinträchtigungen

0

–14’634

–2’019

–89’639

–106’293

Abgänge und andere Änderungen

0

0

0

0

0

Bestand per 31. Dezember 2019

–29’467

–22’374

–2’863

–117’558

–142’795

 

 

 

 

 

 

Nettobuchwert

 

 

 

 

 

Per 1. Januar 2019

72’994

21’399

8’879

129’091

159’369

Per 31. Dezember 2019

55’321

4’115

5’554

8’738

18’407

Bei der Software der Contovista AG wurde im Verlauf des 2019 im Rahmen der Modularisierung und der damit verbundenen Umstellung der als Basis dienenden Programmiersprache ein neuer Code entwickelt, der den in der Akquisition aktivierten Code abgelöst hat. Somit ist der alte Code nicht mehr im Einsatz und wurde wertberichtigt, was zu einer zusätzlichen Abschreibung von CHF 14.6 Mio. geführt hat.

Im Rahmen der Überprüfung der Werthaltigkeit der immateriellen Vermögenswerte «Lizenzen», «Kundenbeziehungen» und «Co-Branding-Vertrag» wurde im Jahr 2019 eine einmalige Einzelwertberichtigung in der Höhe von CHF 91.7 Mio. nötig. Die immateriellen Vermögenswerte wurden nach der gleichen Methodik beurteilt, wie sie bei der Aktivierung aus der Kaufpreisallokation der Accarda AG angewandt wurde. Die Berechnungsgrundlagen waren aufgrund der Marktentwicklung im Detailhandelsgeschäft und der Wachstumsaussichten tiefer als bei der ursprünglichen Aktivierung der Vermögenswerte.

Rechnungslegungsgrundsätze

Goodwill

Bei einer Akquisition übernommene Nettoaktiven werden zu aktuellen Werten bewertet. Der Überschuss der Erwerbskosten über die neu bewerteten Nettoaktiven wird als Goodwill bilanziert. Der Goodwill wird über eine Dauer von fünf Jahren amortisiert.

Immaterielle Vermögenswerte

Immaterielle Vermögenswerte werden zu Anschaffungs- oder Herstellkosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungsaufwänden bilanziert.

Eigenentwickelte immaterielle Vermögenswerte werden nicht aktiviert.

Im Rahmen einer Akquisition erworbene immaterielle Vermögenswerte, die beim übernommenen Unternehmen bereits angesetzt waren, werden als erworbene immaterielle Vermögenswerte klassiert und ausgewiesen. Die bei einer Akquisition übernommenen Kundenbeziehungen werden zu aktuellen Werten bewertet und als immaterielle Vermögenswerte aus Verkaufspreisallokation bilanziert. 

Die immateriellen Vermögenswerte werden grundsätzlich linear über die geschätzte Nutzungsdauer amortisiert. Die Kundenbeziehungen werden nach arithmetisch degressiver Methode abgeschrieben. Die ordentlichen Amortisationssätze bewegen sich in folgenden Bereichen:

Kategorie
Geschätzte Nutzungsdauer

Software

in der Regel 3 Jahre

Kundenbeziehungen

7 - 15 Jahre

Lizenzen

5 - 7 Jahre

Nutzungsdauern und Restwerte werden jährlich zum Bilanzstichtag überprüft und allfällige Wertbeeinträchtigungen werden in der Erfolgsrechnung erfasst.

Wertbeeinträchtigungen

Aktive Vermögenswerte werden an jedem Bilanzstichtag auf ihre Werthaltigkeit geprüft. Liegen Anzeichen vor, die darauf hindeuten, dass der Goodwill oder die immateriellen Vermögenswerte in ihrem Wert beeinträchtigt sein könnten, wird der erzielbare Wert bestimmt. Übersteigt der Buchwert des Aktivums den erzielbaren Wert, erfolgt eine erfolgswirksame Wertanpassung.

Erzielt das Aktivum für sich alleine keine unabhängigen Geldflüsse, wird der erzielbare Wert für die kleinstmögliche Gruppe von Vermögenswerten (Cash Generating Unit; CGU), zu der das Aktivum gehört, bestimmt. Sind Wertbeeinträchtigungen zu erfassen, werden diese zuerst dem mit der CGU verbundenen Goodwill belastet. Der Rest der Wertbeeinträchtigung wird anteilmässig den übrigen Aktiven auf Basis ihrer Buchwerte zugewiesen.

Zuschreibungen aus dem Wegfall von Wertbeeinträchtigungen auf immateriellen Vermögenswerten, ausgenommen Goodwill, werden erfolgswirksam erfasst. Ein Wegfall einer Wertbeeinträchtigung auf Goodwill wird nicht wieder zugeschrieben.

2.4 Finanzanlagen

In 1’000 CHF

Erläuterung

31.12.2020

31.12.2019

Wertschriften

 

44’599

42’579

Arbeitgeberbeitragsreserve

5.1

293

1’234

Total Finanzanlagen

 

44’892

43’813

Finanzanlage
Beschreibung und Rechnungslegungsgrundsätze

Wertschriften

Die Viseca hält Vorzugsaktien der Visa Inc., die in den Finanzanlagen ausgewiesen werden. Diese Aktien werden zum Marktwert bewertet. Die Veränderung des Marktwertes wird im Finanzerfolg erfasst.

Arbeitgeberbeitragsreserve

Vorhandene Arbeitgeberbeitragsreserven, welche jederzeit als Beiträge eingesetzt werden können und von der Vorsorgeeinrichtung als Arbeitgeberbeitragsreserven ausgeschieden sind, müssen im Umfang des wirtschaftlichen Nutzen als Vermögenswert in den Aktiven unter den Finanzanlagen erfasst werden. Im Jahr 2020 wurden Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeiträge des Geschäftsbereiches Accarda im Umfang von CHF 0.9 Mio. mit der Arbeitgeberbeitragsreserve verrechnet.

2.5 Rückstellungen

In 1’000 CHF

Steuern

Verlustbringende Verträge

Rückbauverpflichtungen

Rechtsfälle

Restrukturierungen

Andere

Total Rückstellungen

Bestand per 1. Januar 2020

132’625

5’371

1’740

1’307

0

4’705

145’748

Bildung

5’966

323

30

1’839

4’488

3’065

15’712

Verwendung

–84’307

–3

–320

–160

0

–3’089

–87’879

Auflösung

–45’734

–1’160

0

–467

–355

–982

–48’698

Umgliederungen*

0

–535

0

1’500

683

–1’648

0

Bestand per 31. Dezember 2020

8’551

3’996

1’450

4’020

4’816

2’050

24’883

- davon kurzfristig

8’551

1’107

0

3’722

4’816

2’050

20’247

- davon langfristig

0

2’889

1’450

298

0

0

4’636

*Durch die Neustrukturierung der Rückstellungen wurden einige Umgliederungen notwendig. Dies betrifft vor allem den Ausweis im Bereich Rechtsfälle. Dort wird neu die Verletzung des Purchase Price Agreement beim Kauf der Accarda AG im Zusammenhang mit der MwSt-Abrechnung in den Rechtsfällen statt in den anderen Rückstellungen gezeigt.

In 1’000 CHF

Steuern

Verlustbringende Verträge

Rückbauverpflichtungen

Rechtsfälle

Restrukturierungen

Andere

Total Rückstellungen

Bestand per 1. Januar 2019

90’009

4’901

1’690

840

0

7’111

104’551

Veränderung Konzern

–1’451

0

0

–120

0

–2

–1’573

Bildung

72’388

2’708

50

626

0

3’133

78’905

Verwendung

–28’227

–104

0

–25

0

–2’758

–31’114

Auflösung

–94

–2’134

0

–13

0

–2’779

–5’020

Bestand per 31. Dezember 2019

132’625

5’371

1’740

1’307

0

4’705

145’748

- davon kurzfristig

132’625

2’824

0

1’011

0

4’562

141’023

- davon langfristig

0

2’547

1’740

297

0

142

4’725

Kategorie Beschreibung

Steuern

Die Viseca hatte im Jahr 2011 die Bereiche Cash Management, Zahlungsverkehr, Finanzierung, Fremdwährungsmanagement sowie Markenbewirtschaftung in die neu gegründete Aduno Finance AG mit Sitz in Stans (Nidwalden) und Betriebstätte in Freienbach (Schwyz) ausgelagert. Im Rahmen der ordentlichen Steuerprüfung der Jahre 2011 und 2012 stellte die Steuerverwaltung des Kantons Zürich die angewandten Verrechnungspreise in Frage. Basierend auf der Entwicklung des Steuerrekurses, der von der Viseca eingereicht wurde, wurde im 2019 eine Schätzungsanpassung von CHF 53.3 Mio. vorgenommen und als zusätzliche Steuerrückstellung gebucht. Im Verlaufe das Geschäftsjahres 2020 wurde eine Einigung mit den Kantonen Nidwalden und Schwyz erzielt und die Rückstellung konnte um CHF 41.6 Mio. aufgelöst werden. Die Buchungen dieser Auflösung erfolgte gegen die Erfolgsrechnungsposition «Ertragssteuern».

Verlustbringende Verträge (Onerous Contracts)

Die Rückstellungen für verlustbringende Verträge wurden gebildet, da sich die Viseca im Rahmen des Verkaufs der Aduno SA und der cashgate AG zur Erbringung von Transitional Services an die Käufer verpflichtet hat und die Kosten für die zu erbringenden Leistungen inklusive Mietaufwände die erwarteten Einnahmen übersteigen. 

Rückstellung für Rückbauverpflichtungen bei Mieträumen

Gemäss Mietvertrag und anwendbaren faktischen Anforderungen rechtlicher Verpflichtungen werden Rückstellungen für Rückbauverpflichtungen bei Mieträumen zur Wiederherstellung des ursprünglichen Zustands und der damit verbundenen Aufwände erfasst, wenn die Viseca einen Mietvertrag eingeht. Eine diesbezügliche Zahlung wird verbucht, wenn das verpflichtende Ereignis zur Wiederherstellung des angegebenen Zustandes der Mieträume eintritt. Die Aufwände werden über die Laufzeit des Mietverhältnisses erfasst. 

Rechtsfälle

Die Viseca bildet Rückstellungen für hängige Rechtsfälle, wenn sie nach Einschätzung des Managements mit hoher Wahrscheinlichkeit Zahlungen leisten muss und wenn die Höhe dieser Zahlungen verlässlich geschätzt werden kann. Die Rechtsfälle, die zurückgestellt wurden, sind für eine Verletzung des Share Purchase Agreements im Zusammenhang mit dem Verkauf der cashgate AG sowie eine Verletzung des Agreements beim Kauf der Accarda AG hinsichtlich der MwSt., für Streitigkeiten in einem Bauprojekt für die Grundwassernutzung zur Kühlung und Heizung, eine Klage im Zusammenhang mit einem Mitarbeiter sowie eine Untersuchung der WEKO bezüglich Boykott mobiler Zahllösungen internationaler Anbieter.

Restrukturierungen

Infolge der Aufgabe der Zweigniederlassung in Wangen-Brüttisellen (Business Unit Accarda) wird für die Zukunft mit Aufwendungen gerechnet, die unter dieser Position ausgewiesen sind. Die Restrukturierungskosten wurden gegen die Erfolgsrechnungspositionen «Personalaufwand» im Umfang von CHF 2.7 Mio. und gegen «übriger Betriebsaufwand» in der Höhe von CHF 1.8 Mio. gebucht.

Andere Rückstellungen

Andere Rückstellungen beinhalten vor allem Rückstellungen für den Anteil aus dem Inkassogeschäft der Business Unit Accarda. Da die Höhe und der Auszahlungszeitpunkt geschätzt sind, werden diese als Rückstellung ausgewiesen.

Rechnungslegungsgrundsätze

Eine Rückstellung wird in der Bilanz erfasst, wenn aufgrund eines früheren Ereignisses eine rechtliche oder faktische Verpflichtung besteht und es wahrscheinlich ist, dass Ressourcen zur Erfüllung der Verpflichtung abfliessen und die Höhe der Verpflichtung verlässlich schätzbar ist. Bei einer wesentlichen Auswirkung des Zinseffektes werden die erwarteten zukünftigen Cashflows zur Bestimmung der Rückstellungen mit einem Satz vor Steuern diskontiert, der die aktuellen Markterwartungen im Hinblick auf den Zinseffekt und gegebenenfalls die für die Schuld spezifischen Risiken widerspiegelt.

2.6 Übrige operative Vermögenswerte und Verbindlichkeiten

Aktive Rechnungsabgrenzung

In 1’000 CHF

31.12.2020

31.12.2019

Vorausbezahlte Aufwände gegenüber Partnern

7’741

10’295

Übrige

10’985

10’643

Total Aktive Rechnungsabgrenzung

18’726

20’938

Im Kartengeschäft bezahlt die Viseca ihren Vertriebspartnern (hauptsächlich den Aktionärsbanken) Kommissionen. Die Kommission enthält eine Erstattung für Kreditkartenjahresgebühren. Der dem Partner bezahlte, aber noch nicht in Anspruch genommene Anteil wird als vorausbezahlte Aufwände gegenüber Partnern erfasst.

In der Position «Übrige» werden vorausbezahlte Kreditorenrechnungen für Lizenzen und Software-Wartungsverträge, eine Akontozahlung an die ESTV sowie das Vorsteuerguthaben der ESTV gezeigt. Ebenso sind die Abgrenzungen für nicht fakturierte Dienstleistungenserträge enthalten.

Passive Rechnungsabgrenzung

In 1’000 CHF

31.12.2020

31.12.2019

Abgegrenzte Jahresgebühren

36’247

36’299

Kommissionsverbindlichkeiten gegenüber Partnern

33’236

37’897

Abgegrenzter Aufwand aus Kundenbindungsmassnahmen

18’720

19’488

Zinsabgrenzung

1’443

1’431

Übrige

18’779

16’930

Total Passive Rechnungsabgrenzung

108’426

112’045

In den Jahresgebühren werden die einmal jährlich an die Kunden verrechneten Gebühren pro rata temporis abgegrenzt.

In den Kommissionsverbindlichkeiten sind die Entschädigungen, die im Januar des Folgejahres an die Vertriebspartner ausbezahlt werden, abgegrenzt.

Die Abgrenzung aus den Kundenbindungsmassnahmen beinhaltet die Verbindlichkeit aus dem surprize-Programm, in dem durch das Einsetzen der Kredit- bzw. PrePaid-Karte Punkte gesammelt werden, die dann zu einem späteren Zeitpunkt gegen Gutscheine oder Rabatte eingelöst werden können.

In der Position «Übrige» werden ausstehende Kreditorenrechnungen für Projekte und Abgrenzungen der Vergütungen an die Banken ausgewiesen.

Verbindlichkeiten gegenüber Vertragspartnern

In 1’000 CHF

31.12.2020

31.12.2019

Erhaltene Vorauszahlungen

86’421

68’729

Verbindlichkeiten gegenüber Händlern

16’586

47’445

Verbindlichkeiten gegenüber Kartenorganisationen

35’241

86’886

Total Verbindlichkeiten gegenüber Vertragspartnern

138’247

203’060

Die Viseca erhält Vorauszahlungen durch Kunden von PrePaid-Karten.

Rechnungslegungsgrundsätze

Die aktiven und passiven Rechnungsabgrenzungen dienen der Periodenabgrenzung, d.h. dass Aufwand und Ertrag, der zeitraumbezogen anfällt, periodengerecht abgegrenzt wird. Ausserdem bedeutet es, dass alle Aufwendungen, die dazu dienen bestimmte Erträge zu erzielen, entsprechend dem Ertragsanfall berücksichtigt werden.

2.7 Ausserbilanzgeschäfte

In 1’000 CHF

2020

2019

Garantien zugunsten Dritter

108’175

83’925

Total Bürgschaften, Garantieverpflichtungen und Pfandbestellungen

108’175

83’925

Total Eventualverpflichtungen

108’175

83’925

 

 

 

Investitionsverpflichtungen aus bereits abgeschlossenen Verträgen

32’365

38’764

Verpflichtung aus langfristig abgeschlossenen Mietverträgen

15’188

15’737

Total weitere, nicht zu bilanzierende Verpflichtungen

47’552

54’501

Bei den Garantien zugunsten Dritter handelt es sich um Bankgarantien. Bei den Mietverträgen sind vor allem Büros und Parkplätze enthalten. Die Investitionsverpflichtungen sind vor allem Verträge mit Zulieferern im Kartengeschäft.

Rechnungslegungsgrundsätze

Eventualverbindlichkeiten und weitere, nicht zu bilanzierende Verpflichtungen werden auf jeden Bilanzstichtag bewertet und offengelegt. Die Bewertung erfolgt gemäss Höhe der zukünftigen, einseitigen sowie unwiderruflichen Leistungen und Kosten unter Abzug allfälliger zugesicherter Gegenleistungen. 

3 Finanzierung und Risikomanagement

Im Folgenden werden die Richtlinien und Verfahren beschrieben, die für die Steuerung der Kapitalstruktur sowie der finanziellen Risiken angewendet werden. Die Viseca strebt eine angemessene Eigenkapitalbasis an, um das Vertrauen von Investoren, Gläubigern und des Markts zu erhalten.

3.1  Finanzielle Verbindlichkeiten

In 1’000 CHF

31.12.2020

31.12.2019

Übrige Bankkredite

0

144

Kurzfristiger Anteil der herausgegebenen ungesicherten Anleihen

274’850

0

Kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten

274’850

144

 

 

 

Langfristiger Anteil der herausgegebenen ungesicherten Anleihen

0

274’575

Langfristige finanzielle Verbindlichkeiten

0

274’575

 

 

 

Total Finanzverbindlichkeiten

274’850

274’719

Änderungen der Finanzverbindlichkeiten sind im wesentlichen Änderungen des Cashflows aus der Finanzierungstätigkeit und in der konsolidierten Mittelflussrechnung aufgeführt.

Bedingungen und Schuldentilgungspläne

 

Währung

Nominalzinssatz

Fälligkeitsjahr

Nominalwert

Buchwert

Nominalwert

Buchwert

In 1’000 CHF

 

 

 

31.12.2020

31.12.2020

31.12.2019

31.12.2019

Herausgegebene ungesicherte Anleihe

CHF

1.125%

2021

275’000

274’850

275’000

274’575

 

 

 

 

 

 

 

 

Übrige Bankkredite

CHF

diverse

Kontokorrent

0

0

144

144

 

 

 

 

 

 

 

 

Total

 

 

 

275’000

274’850

275’144

274’719

Bankkredite

Per 31. Dezember 2020 hatte die Viseca Zugriff auf eine bilaterale Kreditlinie mit der Zürcher Kantonalbank über CHF 800 Mio. (31. Dezember 2019: CHF 800 Mio.). Die Zinsbedingungen dieser Kreditlinie werden zu Marktbedingungen zuzüglich einer fixen Kreditmarge festgelegt. Per 31. Dezember 2020 wurden CHF 0.0 Mio. (31. Dezember 2019: CHF 0.0 Mio.) aus dieser Kreditlinie benutzt.

Rechnungslegungsgrundsätze

Verzinsliche Finanzverbindlichkeiten werden in der Regel zum Nominalwert erfasst. Die langfristigen Finanzverbindlichkeiten (Anleihen) werden zu fortgeführten Anschaffungskosten erfasst.

3.2 Aktienkapital und Reserven

Aktienkapital

Per 31. Dezember 2020 bestand das Aktienkapital der Muttergesellschaft Viseca Holding SA aus 25’000 Namenaktien mit einem Nominalwert von jeweils CHF 1’000. Die Aktieninhaber haben Anspruch auf den Erhalt der festgesetzten Dividenden sowie auf eine Stimme pro Aktie bei der Generalversammlung des Unternehmens.

Reserven

Die nicht ausschüttbaren gesetzlichen Reserven beliefen sich zum 31. Dezember 2020 auf CHF 5.0 Mio. (31. Dezember 2019: CHF 5.0 Mio.).

Dividenden

Folgende Dividenden wurden von der Viseca festgesetzt und bezahlt:

In 1’000 CHF bzw. wie angemerkt

2020

2019

Anzahl dividendenberechtigter Namenaktien (in Stk.)

25’000

25’000

Ordentliche Dividende pro Namenaktie (in CHF)

2’400

1’600

Bezahlte Dividenden

60’000

40’000

Nach dem 31. Dezember 2020 hat der Verwaltungsrat Dividenden in Höhe von CHF 800.00 pro Namenaktie vorgeschlagen, insgesamt CHF 20.0 Mio. für das Jahr 2020. Der Dividendenvorschlag wird der im Juni 2021 stattfindenden Generalversammlung zur Genehmigung vorgelegt.

Kapitalmanagement

Die Richtlinie des Verwaltungsrats sieht die Sicherung einer angemessenen Eigenkapitalbasis vor, um das Vertrauen von Investoren, Gläubigern und des Markts zu erhalten. Der Verwaltungsrat beobachtet die Kapitalrendite, welche die Viseca anhand des gesamten Eigenkapitals und der Entwicklung der ausbezahlten Dividenden definiert.

3.3. Risikomanagement

Als Finanzdienstleistungsunternehmen ist die Viseca dauernden Veränderungen unterworfen und damit auch mit Chancen und Risiken konfrontiert, die das Erreichen von Strategien und Zielen entscheidend beeinflussen können.

Die Gesamtverantwortung für das Risikomanagement trägt der Verwaltungsrat. Er genehmigt die Grundsätze des Risikomanagements. Der Verwaltungsrat informiert sich regelmässig im Rahmen der Berichterstattung über die Risikosituation der Viseca und den Stand der eingeleiteten Massnahmen. Er kontrolliert die ordentliche Umsetzung der Risikopolitik und der Risikostrategien inklusive der verabschiedeten Massnahmen.
Das Audit & Risk Committee und die Interne Revision unterstützen den Verwaltungsrat bei der Wahrnehmung seiner Aufgaben.

Die Geschäftsleitung ist verantwortlich für die Umsetzung der im Reglement über das Risikomanagement definierten Vorgaben sowie für die Einrichtung, Aufrechterhaltung und regelmässige Überprüfung des internen Kontrollsystems IKS. Sie befasst sich quartalsweise mit der Ausgestaltung des Risikomanagementsystems, der Gestaltung und Überwachung der Risikopolitik und der Steuerung der Risiken der Viseca. Zur Unterstützung der Geschäftsleitung wurden entscheidungsvorbereitende Fachgremien aufgebaut, welche die Geschäfte, Anträge und Empfehlungen ausarbeiten.

Der zentralen Risikokontrolle obliegt die Identifikation und Überwachung der Risiken auf Stufe Portfolio, die Überwachung der Einhaltung der risikopolitischen Vorgaben sowie die integrierte Risikoberichterstattung an den Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung. Die Risikokontrolle verantwortet die Vorgaben der Risikomessmethoden, das risikoorientierte Abnahmeverfahren für neue Geschäftsaktivitäten, die Modellvalidierung sowie die Qualitätssicherung der implementierten Risikomessung.
Zu diesem Zweck kann die Risikokontrolle Weisungen erarbeiten, die durch die Geschäftsleitung erlassen werden. Der zentralen Risikokontrolle obliegt die Überwachung und Berichterstattung bezüglich der Einhaltung der Weisungen.

Folgende Risiken wurden als wesentliche Risiken der Viseca identifiziert:

Übergeordnete Risiken

Zu den übergeordneten Risiken zählen Umfeld-, Geschäfts- und operationelle Risiken, die systematisch erhoben werden und im Rahmen des vom Verwaltungsrat festgelegten Risikoappetits entweder akzeptiert oder mittels geeigneter Massnahmen gemindert werden.

Finanzielle Risiken: Kreditrisiko

Die Viseca ist aus ihrer operativen Geschäftstätigkeit dem Risiko des Ausfalls einer Gegenpartei ausgesetzt. Dieses Risiko besteht hauptsächlich bei den Forderungen gegenüber Kunden der Viseca und hängt in erster Linie von den individuellen Eigenschaften jedes Kunden ab. Da die Viseca hauptsächlich in der Schweiz tätig ist, betrifft auch das Ausfallrisiko vor allem die Schweiz.

Das Ausfallrisiko ist auf den Buchwert der finanziellen Vermögenswerte begrenzt. Das maximale Ausfallrisiko, dem die Viseca per 31. Dezember 2020 bzw. 2019 ausgesetzt war, besteht in den in der Bilanz für finanzielle Vermögenswerte angegebenen Buchwerten. Kreditrisiken können zudem auch aus Inkassoforderungen und aus Forderungen, bei denen von Betrug (wie in Erläuterung 2.1 offengelegt) ausgegangen wird, entstehen.

Finanzielle Risiken: Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisiko ist das Risiko der Viseca, ihren finanziellen Verpflichtungen bei Fälligkeit nicht nachkommen zu können. Ein Liquiditätsrisiko entsteht, wenn die Viseca die zur Durchführung ihrer Geschäfte erforderlichen Finanzmittel nicht unter wirtschaftlichen Bedingungen beschaffen kann. Die Viseca überwacht ihre Liquidität fortlaufend und erstellt ausserdem Liquiditätsprognosen und validiert ihre Bewertungsmodelle.

Das Management stellt sicher, dass die Viseca über Barmittel, aktuell verfügbare Kreditlinien und im operativen Geschäft erwirtschaftete Finanzmittel verfügt, um so in der Lage zu sein, ihre aus dem operativen Geschäft hervorgehenden Verpflichtungen zu erfüllen und ihren Verpflichtungen zur Zins- und Schuldenrückzahlung zum jeweiligen Fälligkeitsdatum nachzukommen.

Finanzielle Risiken: Marktrisiko

Unter Marktrisiken wird die Gefahr von Verlusten aus bilanzwirksamen und ausserbilanziellen Positionen aufgrund von Veränderungen der Marktpreise verstanden. Die Definition umfasst Risiken aus Zinsinstrumenten und Aktien sowie Fremdwährungsrisiken.

Die Viseca sichert sich über derivative Finanzinstrumente gegen Fremdwährungsrisiken ab, die aus operativen und Finanzierungsgeschäften hervorgehen.

In 1’000 CHF

Aktiver Wert

31.12.2020 Passiver Wert

Aktiver Wert

31.12.2019 Passiver Wert

Fremdwährungsderivate

80

–139

94

–78

Die aktiven und passiven Werte aus Derivaten sind in den übrigen Forderungen resp. übrigen Verbindlichkeiten ausgewiesen.

Die Viseca muss fortlaufend ausstehende Forderungen gegenüber Karteninhabern refinanzieren. Die Refinanzierung erfolgt mittels Bankkrediten mit einer Laufzeit von 1 bis 90 Tagen. Daneben kann die Viseca Zinsswaps abschliessen, um sich gegen schwankende Zinssätze abzusichern. Per 31. Dezember 2020 wurden keine Forderungen mit Zinsswaps abgesichert (31. Dezember 2019: CHF 0.0 Mio.).

Risiken in der Abschlusserstellung

Zur Sicherstellung der Übereinstimmung des Konzernabschlusses mit den anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften sowie der Ordnungsmässigkeit der Berichterstattung hat die Viseca interne Kontroll- und Steuerungssysteme eingerichtet, die regelmässig überprüft werden. Bei der Bilanzierung und Bewertung werden Einschätzungen und Annahmen in Bezug auf die Zukunft getroffen. Diese basieren auf den Kenntnissen der jeweiligen Mitarbeitenden und werden regelmässig kritisch hinterfragt. Sofern bei einer Position eine wesentliche Bewertungsunsicherheit besteht, die allenfalls zu einer wesentlichen Anpassung der Buchwerte führen könnte, wird diese Bewertungsunsicherheit im Anhang entsprechend offengelegt. Per Bilanzstichtag sind jedoch keine solchen Risiken bekannt, die zu einer wesentlichen Korrektur der im Jahresabschluss dargestellten Vermögens-, Finanz- und Ertragslage führen könnten.

4 Konzernstruktur

Im Folgenden sind die Konzernstruktur der Viseca inklusive der wesentlichen Änderungen und die daraus resultierenden Auswirkungen auf die Konzernrechnung erläutert. Zudem enthält dieses Kapitel Offenlegungen zu Transaktionen mit nahestehenden Personen und Unternehmen.

4.1 Veränderung des Konsolidierungskreises

Veränderungen im Jahr 2020

Gründung neue Tochtergesellschaft

Per 28. April 2020 wurde die Viseca Card Services II SA mit einem Aktienkapital von CHF 100'000 gegründet. Sie wurde ab dem 1. Oktober 2020 aktiv und ist als Herausgeberin der Kreditkarten und Karten mit Zahlfunktion (Issuer) tätig.

Fusionen von Tochtergesellschaften

Per 29. Mai 2020 wurden die Accarda AG und die Aduno Finance AG rückwirkend auf den 1. Januar 2020 mit der Viseca Card Services SA fusioniert. Das Aktienkapital sowie die Gewinnreserven der beiden Gesellschaften wurden in der fusionierten Viseca Card Services SA in die Kapitaleinlagereserven sowie in die übrigen Kapitalreserven eingebucht. Dies führte im konsolidierten Eigenkapital des Konzerns ebenfalls zu einer Verschiebung von den Gewinnreserven zu den Kapitalreserven in der Höhe von CHF 102.8 Mio.

Spaltung der Tochtergesellschaft

Im Oktober 2020 wurde der Issuing-Teil der Viseca Card Serivces SA auf die Viseca Card Services SA II übertragen. Danach wurden die beiden Gesellschaften umfirmiert. Die Viseca Card Services SA wurde in Viseca Payment Services SA und die Viseca Card Services II SA in Viseca Card Services SA umbenannt. Die Viseca Payment Services SA betreibt das Processing-Geschäft und die Viseca Card Services SA das Issuing-Geschäft.

Im Rahmen der Ausschüttung der ausserordentlichen Sachdividende der Viseca Payment Services SA an die Viseca Holding SA wurde ein Teil der qualifizierten Kapitaleinlagereserve auf den Gewinnvortrag umgegliedert. Dieser Vorgang hat im Eigenkapital des Konzernes zu einer Verschiebung der Kapitalreserven auf die Gewinnreserven in der Höhe von CHF 12.4 Mio. geführt.

Veränderungen im Jahr 2019

Erwerb von Tochtergesellschaften

Per 24. Juli 2019 hat das Unternehmen den restlichen ausstehenden Anteil von 30% an der Contovista AG für 12.4 Mio. erworben und hält damit eine 100%-Beteiligung an der Firma. Der Auskauf der Minderheiten ist im Eigenkapital-Nachweis ersichtlich und wurde nach Swiss GAAP FER 24 (Eigenkapital und Transaktionen mit Aktionären) abgewickelt, d.h. die Transaktion wurde zum Nettomarktwert bewertet und erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. Der Aufpreis von CHF 7.5 Mio. wurde gegen das Eigenkapital gebucht, da keine Neubewertung der Nettoaktiven der Contovista AG stattgefunden hat.

Veräusserung von Tochtergesellschaften und at-Equity-Gesellschaften

Per 30. Oktober 2019 wurde die 100%-Beteiligungen an der Loyalty Gruppe inklusive der Sanavena GmbH und per 27. September 2019 die 55%-Beteiligung an der Zaala AG veräussert sowie per 4. März 2019 die 60% Beteiligung an der Paycoach AG verkauft.

Nachfolgend ist die Bilanz per Verkaufszeitpunkt der Loyalty Gruppe inklusive der Sanavena GmbH, Zaala AG sowie Paycoach AG konsolidiert angegeben.

Auswirkungen der Veräusserung auf die Bilanz des Unternehmens

 

Paycoach AG

Zaala AG

Sanavena GmbH

Loyalty Gift Card AG

Loyalty Gift Card Germany

Loyalty Gift Card Austria

In 1’000 CHF

 

 

 

 

 

 

Total Umlaufvermögen

2’984

4’704

26

241

903

98

Total Anlagevermögen

186

113

0

144

0

0

Total Aktiven

3’171

4’817

26

385

903

98

Total kurzfristiges Fremdkapital

2’454

711

1

224

674

25

Total langfristiges Fremdkapital

0

4’000

0

8

0

0

Total Verbindlichkeiten

2’454

4’711

1

231

674

25

Total Eigenkapital

717

106

25

154

229

73

Total Passiven

3’171

4’817

26

385

903

98

Am 13. Dezember 2019 wurde die 33%-at-Equity-Beteiligung an der SwissWallet AG und am 9. Mai 2019 die 20%-at-Equity-Beteiligung an der Loyalty Services AG veräussert.

Aufgegebene Geschäftsbereiche

Der Geschäftsbereich Consumer Finance, der die cashgate AG beinhaltete, wurde am 2. September 2019 an die Cembra Money Bank AG veräussert, der Veräusserungspreis betrug CHF 275.0 Mio. und der Veräusserungsgewinn von CHF 155.5 Mio., der sich aus dem Verkaufspreis abzüglich Eigenkapital von CHF 120 Mio. berechnet, wurde auf die Position «betriebsfremdes Ergebnis» verbucht.

Nachfolgend sind die Erfolgsrechnung für die ersten 8 Monaten 2019 und die Bilanz per 31. August 2019 der cashgate AG angegeben.

Erfolgsrechnung für die ersten 8 Monate

In 1’000 CHF

 

 

2019

Betriebsertrag

 

 

67’926

Betriebsaufwand

 

 

60’692

Betriebliches Ergebnis

 

 

7’235

Konzernergebnis vor Ertragssteuern

 

 

7’203

Konzernergebnis

 

 

5’210

Bilanz per 31.08.2019

In 1’000 CHF

 

 

31.08.2019

Aktiven

 

 

 

Forderungen aus dem Geschäftsbereich Consumer Finance

 

 

449’784

Restliches Umlaufvermögen

 

 

43’472

Total Umlaufvermögen

 

 

493’255

Forderungen aus dem Geschäftsbereich Consumer Finance

 

 

1’086’286

Restliches Anlagevermögen

 

 

10’516

Total Anlagevermögen

 

 

1’096’802

Total Aktiven

 

 

1’590’057

 

 

 

 

Passiven

 

 

 

Intercompany Verpflichtungen

 

 

1’418’574

Restliches kurzfristiges Fremdkapital

 

 

51’205

Total kurzfristiges Fremdkapital

 

 

1’469’778

Total Verbindlichkeiten

 

 

1’469’778

Total Eigenkapital

 

 

120’279

Total Passiven

 

 

1’590’057

4.2 Konzerngesellschaften

In 1'000

Sitzland

Währung

Aktienkapital 31.12.2020

Aktienkapital 31.12.2019

Kapitalanteile 31.12.2020

Kapitalanteile 31.12.2019

Viseca Holding SA, Zürich (ZH), Muttergesellschaft 1)

Schweiz

CHF

25’000

25’000

-

-

Accarda AG, Brüttisellen (ZH)

Schweiz

CHF

n/a

18’500

n/a

100%

Aduno Finance AG, Stans (NW)

Schweiz

CHF

n/a

1’000

n/a

100%

Contovista AG, Schlieren (ZH)

Schweiz

CHF

140

140

100%

100%

Viseca Payment Services SA, Zürich (ZH) 2)

Schweiz

CHF

20’000

20’000

100%

100%

Viseca Card Services SA, Zürich (ZH)

Schweiz

CHF

22’000

n/a

100%

n/a

1)früher Aduno Holding SA, im Juni 2020 in Viseca Holding SA umfirmiert

2)früher Viseca Card Services SA, im Oktober 2020 in Viseca Payment Services SA umfirmiert

Rechnungslegungsgrundsätze

Konsolidierung von Tochterunternehmen

Die konsolidierte Jahresrechnung basiert auf den nach einheitlichen Grundsätzen erstellten Einzelabschlüssen aller Tochterunternehmen. Tochterunternehmen sind von der Viseca beherrschte Unternehmen. Eine Beherrschung wird angenommen, wenn die Viseca mehr als die Hälfte der Stimmrechte am Tochterunternehmen hält oder eine andere Art der Beherrschung vorliegt. Die Konsolidierung erfolgt nach der Erwerbsmethode. Konzerninterne Bilanzwerte und nicht realisierte Gewinne und Verluste oder Erträge und Aufwände aus konzerninternen Transaktionen werden bei der Aufstellung der konsolidierten Jahresrechnung eliminiert.

4.3 Nahestehende Unternehmen und Personen

Als nahestehend wird betrachtet, wer direkt oder indirekt einen bedeutenden Einfluss auf finanzielle oder operative Entscheidungen der Viseca ausüben kann. Zu diesem Kreis zählen Aktionäre mit bedeutendem Einfluss, Mitglieder des Verwaltungsrats der Viseca und Mitglieder der Geschäftsleitung. Organisationen, die direkt oder indirekt ihrerseits von denselben nahestehenden Unternehmen und Personen beherrscht werden, gelten ebenfalls als nahestehend.

Unternehmen, an denen die Viseca massgeblich beteiligt ist, sind auch als nahestehend zu betrachten. In den beiden Berichtsperioden sind dies die assoziierten Unternehmen SwissWallet AG (2019: bis und mit 13. Dezember 2019) und Loyalty Services AG (2019: bis und mit 9. Mai 2019).

Folgende Aktionäre gelten als nahestehende Unternehmen und Personen:

Anteil Aktienkapital in % per 31. Dezember

2020

2019

Raiffeisen Schweiz Genossenschaft

25.5%

25.5%

Zürcher Kantonalbank

14.7%

14.7%

Entris Banking AG

14.0%

14.0%

Migros Bank AG

7.0%

7.0%

Banque Cantonale Vaudoise BCV

4.8%

4.8%

EFG Bank AG

3.6%

3.6%

Zuger Kantonalbank

1.4%

1.4%

Valiant Bank AG

n/a

n/a

Total nahestehende Unternehmen

71.0%

71.0%

Alle Transaktionen zwischen der Viseca und den ihr nahestehenden Unternehmen und Personen sowie ihren assoziierten Unternehmen werden zu Marktpreisen abgewickelt.

Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen und Personen (ohne assoziierte Unternehmen)

Die Viseca tätigt umfangreiche Geschäfte mit ihren Aktionären und anderen nahestehenden Unternehmen und Personen, insbesondere in Bezug auf Finanzierungen und Emission von Kreditkarten im Kartengeschäft.

Die in der folgenden Tabelle angegebenen Erträge und Aufwände im Zusammenhang mit nahestehenden Unternehmen und Personen sind in der konsolidierten Erfolgsrechnung der Viseca enthalten.

In 1’000 CHF

2020

2019

Zinsaufwand

2’749

3’697

Übrige Erträge

99

19

Marketing- und Vertriebsaufwand

13’356

17’737

Total Erträge (–) und Aufwände (+) mit nahestehenden Unternehmen (ohne assoziierte Unternehmen)

16’006

21’414

Zum Abschlussstichtag sind die folgenden Werte mit nahestehenden Unternehmen und Personen mit folgendem Volumen in der Bilanz enthalten:

In 1’000 CHF

2020

2019

Flüssige Mittel

467’710

568’344

Übrige Forderungen

80

94

Aktive Rechnungsabgrenzung

4’474

5’678

Finanzverbindlichkeiten

0

51

Übrige Verbindlichkeiten

139

78

Passive Rechnungsabgrenzung

18’128

20’901

Total Volumen mit nahestehenden Unternehmen (ohne assoziierte Unternehmen)

490’533

595’145

Die Bilanz der Viseca enthält keine Wertberichtigungen für uneinbringliche Forderungen gegenüber nahestehenden Unternehmen und Personen. In der konsolidierten Erfolgsrechnung sind keine Aufwände für allfällige Wertberichtigungen gegenüber nahestehenden Unternehmen und Personen erfasst.

Transaktionen mit assoziierten Unternehmen

Die Transaktionen mit assoziierten Unternehmen bestehen hauptsächlich aus Processing-Aufwänden für Services der SwissWallet AG an die Viseca (bis zum 13. Dezember 2019).

Die in der folgenden Tabelle angegebenen Erträge und Aufwände im Zusammenhang mit assoziierten Unternehmen sind in der konsolidierten Erfolgsrechnung der Viseca enthalten.

In 1’000 CHF

2020

2019

Übrige Erträge

0

11

Processing- und Serviceaufwand

0

802

Total Erträge (–) und Aufwände (+) mit assoziierten Unternehmen

0

791

Transaktionen mit Schlüsselpersonen

Viseca stellt Kreditkarten für Personen in Schlüsselpositionen aus. Es liegt in der Natur des Kreditkartengeschäfts, dass Kunden vorübergehend bei Viseca Verbindlichkeiten haben. Im Rahmen der normalen Geschäftstätigkeit können auch Mitarbeitende und Personen in Schlüsselpositionen diese Dienstleistungen beantragen. Es gelten normale Geschäftsbedingungen, die auch gegenüber sonstigen Dritten angewendet werden.

5 Übrige Angaben

In diesem Kapitel werden Informationen dargestellt, die nicht bereits in den vorherigen Berichtsteilen offengelegt sind. Dazu gehören beispielsweise Erläuterungen zur Personalvorsorge und zu Ertragssteuern. 

5.1 Personalvorsorge

Die Viseca ist der Swisscanto Sammelstiftung der Kantonalbanken angeschlossen. Die Sammelstiftung ist eine getrennte rechtliche Einheit. Die Stiftung ist verantwortlich für die Führung des Vorsorgeplans; der Stiftungsrat setzt sich aus einer gleichen Anzahl Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertreter aller angeschlossenen Gesellschaften zusammen.

Die Swisscanto Sammelstiftung ist nicht alleiniger Risikoträger, da es sich bei der Swisscanto nicht um eine Stiftung mit Vollversicherungsgarantie handelt. Die Zahlung von Sonderbeiträgen zur Ausfinanzierung einer Unterdeckung wird aber erst angewandt, wenn andere Massnahmen keinen Erfolg versprechen.

Wirtschaftlicher Nutzen / wirtschaftliche Verpflichtung und Vorsorgeaufwand

Der Deckungsgrad der Sammelstiftung beträgt per 31. Dezember 2020 103.6 % (2019: 107.5%). Die folgende Tabelle zeigt den wirtschaftlichen Nutzen und die wirtschaftliche Verpflichtung sowie die entsprechende Entwicklung des Vorsorgeaufwands.

 

 

Wirtschaftlicher Anteil Viseca

 

 

Vorsorgeaufwand im Personalaufwand

In 1’000 CHF

Über- / Unterdeckung 31.12.2020

31.12.2020

31.12.2019

Veränderung zum Vorjahr (Aufwand in 2020)

Auf die Periode abgegrenzte Beiträge

2020

2019

Vorsorgepläne ohne Über-/Unterdeckung

-

-

-

-

6’034

6’034

7’854

Total

 

 

 

 

6’034

6’034

7’854

Arbeitgeberbeitragsreserve

Von der Viseca Payment Services SA (Business Unit Accarda, Zweigniederlassung Wangen-Brüttisellen) werden Arbeitgeberbeitragsreserven gehalten:

 

 

 

 

Aufwand (+) / Ertrag (-) aus Arbeitgeberbeitragsreserve im Personalaufwand

In 1’000 CHF

Nominalwert 31.12.2020

Verwendungsverzicht 31.12.2020

Bilanzierter Wert 31.12.2020

Veränderung zum Vorjahr (Aufwand in 2020)

Bilanzierter Wert 31.12.2019

2020

2019

Vorsorgeeinrichtungen

293

0

293

0

1’234

0

0

Total

293

0

293

0

1’234

0

0

Die Arbeitgeberreserven der Viseca Payment Services SA der Zweigniederlassung Wangen-Brüttisellen (Business Unit Accarda) wurden per Ende 2020 im Betrag von CHF 942 Tsd. mit den laufenden Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeiträgen 2020 dieser Geschäftseinheit verrechnet.

Zusammenfassung Vorsorgeaufwand

In 1’000 CHF

2020

2019

Beiträge an Vorsorgepläne zulasten der Viseca

6’034

7’854

Beiträge an Vorsorgepläne geleistet aus Arbeitgeberreserven

0

0

Total Beiträge

6’034

7’854

Veränderung Arbeitgeberreserven aus Vermögensentwicklung, Wertberichtigung, Diskontierung, etc.1)

–942

1

Beiträge und Veränderung Arbeitgeberreserven

–942

1

1) Zinsertrag / Verrechnung 

Rechnungslegungsgrundsätze

Die wirtschaftlichen Auswirkungen aus den Personalvorsorgeplänen auf die Viseca werden jährlich beurteilt. Die Ermittlung von allfälligen Über- und Unterdeckungen erfolgt aufgrund der Jahresabschlüsse der entsprechenden Vorsorgeeinrichtungen, die auf Swiss GAAP FER 26 basieren. Ein wirtschaftlicher Nutzen wird aktiviert, wenn es zulässig und beabsichtigt ist, die Überdeckung des Personalvorsorgeplanes für die Senkung des zukünftigen Vorsorgeaufwands der Viseca zu verwenden. Bei einer Unterdeckung besteht dann eine zu bilanzierende wirtschaftliche Verpflichtung, wenn die Bedingungen zur Bildung einer Rückstellung erfüllt sind.

Vorhandene Arbeitgeberbeitragsreserven, welche jederzeit als Beiträge eingesetzt werden können und von der Vorsorgeeinrichtung als Arbeitgeberbeitragsreserven ausgeschieden sind, müssen im Umfang des wirtschaftlichen Nutzens als Vermögenswert in den Aktiven unter den Finanzanlagen erfasst werden, frei verfügbare Reserven hingegen werden nicht aktiviert. Sofern die Viseca der Vorsorgeeinrichtung einen bedingten Verwendungsverzicht eingeräumt hat oder kurz nach dem Bilanzstichtag einzuräumen gedenkt, wird das Aktivum wertberichtigt.

Wertveränderungen von bilanzierten wirtschaftlichen Nutzen resp. Verpflichtungen aus Personalvorsorgeplänen und Arbeitgeberbeitragsreserven werden erfolgswirksam im Personalaufwand erfasst.

5.2 Ertragssteuern

In der Erfolgsrechnung erfasste Ertragssteuern

Der Aufwand aus Ertragssteuern setzt sich wie folgt zusammen:

In 1’000 CHF

2020

2019

Laufende Ertragssteuern

–41’443

70’784

Latente Ertragssteuern

–4’868

–21’946

Total Ertragssteuern

–46’310

48’838

In 1’000 CHF

2020

2019

Ergebnis vor Steuern

–66’729

107’164

Erwarteter Steuersatz

21.11%

18.39%

Erwartete Ertragssteuern

–14’085

19’707

 

 

 

Zusätzlich besteuerte Erträge/steuerlich nicht abzugsfähige Aufwendungen

11’677

7’733

Steuerbefreite Erträge

544

–27’982

Effekte aus Steuersatzänderung

158

–331

Anpassung von Rückstellungen aus dem Vorjahr

–44’570

51’450

Diverse Effekte

–34

–1’738

Total Ertragssteuern

–46’310

48’838

Effektiver Ertragssteuersatz

–69.40%

45.57%

Analyse der Ertragssteuerbelastung

Der Konzern ist im Jahr 2020 in den Kantonen Zürich, Tessin, Nidwalden sowie Schwyz gewinnsteuerpflichtig. Der erwartete Steuersatz des Konzerns wird als gewichteter Durchschnitt der Steuersätze der vorgenannten Steuerhoheiten berechnet.

Im Jahr 2020 kam es insgesamt zu einem Steuerertrag. Dies ist vor allem auf die Einigung mit den Kantonen Nidwalden und Schwyz in Sachen Steuerstreit zurück zu führen. In der Folge konnten die Rückstellungen für die Jahre 2011 bis 2018 um CHF 41.6 Mio. aufgelöst werden (siehe Anhang 2.5 Rückstellungen). Ausserdem wurde in der Viseca Holding SA ebenfalls eine Rückstellung von CHF 2.4 Mio. aufgelöst, die nicht mehr benötigt wird.

Steuerliche Verlustvorträge

Per 31. Dezember 2020 wurden latente Steuerguthaben von CHF 3.2 Mio. (2019 0.1 Mio.) auf Verlustvorträgen von CHF 16.3 Mio. (2019 0.7 Mio.) verbucht.

Rechnungslegungsgrundsätze

Die Ertragssteuern umfassen alle gewinnabhängigen laufenden und latenten Ertragssteuern. Laufende Ertragssteuern werden auf dem steuerbaren Ergebnis berechnet. Latente Ertragssteuern werden auf Basis einer bilanzorientierten Sichtweise auf temporären Differenzen zwischen den gemäss Swiss GAAP FER ermittelten Werten und den Werten der Steuerbilanzen berechnet. Bei der erstmaligen Erfassung von Goodwill werden keine latenten Steuern angesetzt. Des Weiteren werden bei temporären Differenzen in Bezug auf Beteiligungen keine latenten Steuern erfasst, wenn der zeitliche Verlauf der temporären Differenzen in der Kontrolle des Konzerns liegt und damit zu rechnen ist, dass sich diese in absehbarer Zeit nicht auflösen werden. Latente Steuern werden anhand der voraussichtlich anwendbaren Steuersätze ermittelt, die am Abschlussstichtag gesetzlich beschlossen sind bzw. für die der Beschlussprozess im wesentlichen abgeschlossen ist.

Ein latenter Steueranspruch wird nur in dem Umfang erfasst, in dem es wahrscheinlich ist, dass zukünftige zu versteuernde Ergebnisse die Realisierung des Anspruchs ermöglichen. Latente Steuerforderungen werden zu jedem Abschlussstichtag überprüft und in dem Masse reduziert, in dem es nicht mehr wahrscheinlich ist, dass der jeweilige Steuervorteil zu realisieren ist.

Aktive und passive latente Steuern werden innerhalb der juristischen Gesellschaften verrechnet, wenn ein einklagbares Recht besteht, Forderungen und Verbindlichkeiten aus laufenden Ertragssteuern zu verrechnen, und wenn die latenten Steuern die gleiche Steuerbehörde betreffen.

6. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Bis zur Herausgabe dieses Berichtes war der Gesellschaft kein wesentliches neues Ereignis bekannt, das die Jahresrechnung per 31. Dezember 2020 beeinflussen würde.

Zürich, 15. April 2021

Pascal Niquille
Präsident des Verwaltungsrats

Max Schönholzer 
Chief Executive Officer

Michael Walther
Chief Financial Officer