Aduno Gruppe erneut mit solidem Resultat

Auch 2019 kann die Aduno Gruppe wiederum auf ein gutes Jahr zurückblicken. Im Geschäftsbereich Payment kletterten sowohl Transaktionsumsatz wie auch Kartenbestand auf neue Höchstwerte. Der konsolidierte Umsatz auf Gruppenebene lag trotz Verkauf des Privatkredit- und Leasing-Geschäfts am 2. September 2019 über Vorjahr. Die strategische Fokussierung auf das Kartengeschäft schreitet voran.

Der vorliegende Geschäftsbericht wurde neu gemäss dem Schweizer Rechnungslegungsstandard Swiss GAAP FER erstellt.

Der konsolidierte Umsatz der Aduno Gruppe stieg 2019 um 5.4 Prozent auf CHF 544.2 Mio. (Vorjahr: CHF 516.1 Mio.). Im Geschäftsbereich Payment (inklusive Accarda) lag der Umsatz bei CHF 473.4 Mio. Im Segment Consumer Finance betrug der Umsatz in den acht Monaten bis zum Verkauf CHF 67.5 Mio. Vom Gesamtumsatz entfielen 35.4 Prozent auf Kommissionsertrag, 22.3 Prozent auf Jahresgebühren, 18.0 Prozent auf Zinsertrag und 24.3 Prozent auf übrige Erträge. Der Kommissionsertrag konnte von CHF 172.0 Mio. im Jahr 2018 um 12.1 Prozent auf CHF 192.9 Mio. im Jahr 2019 gesteigert werden. Der Ertrag aus Jahresgebühren liegt auf dem Niveau des Vorjahres. Der Zinsertrag hat im Vergleich zu 2018 um 8.0 Prozent abgenommen. Die übrigen Erträge konnten im Berichtsjahr um 13.9% gesteigert werden.

Verkäufe und Wertberichtigungen beeinflussen Reingewinn

Der Reingewinn beträgt CHF 58.3 Mio. Das entspricht einer Gewinnmarge von 10.7 Prozent. Der Reingewinn lag somit 44.1 Prozent unter Vorjahr (CHF 104.4 Mio.). Hier macht sich der Verkauf des Privatkredit- und Leasing-Geschäfts bemerkbar: Per 2. September 2019 wurde die cashgate AG für CHF 275 Mio. an die Cembra Money Bank AG veräussert. Der Verkauf schlägt mit einem Veräusserungsgewinn von CHF 155.5 Mio. zu Buche.

Per 24. Juli 2019 stockte die Aduno Gruppe ihre 70-prozentige Beteiligung an der Contovista AG auf 100 Prozent auf. Im Rahmen der vollständigen Übernahme erfolgte eine Wertberichtigung der inhouse entwickelten Software, was zu einem Wertberichtigungsaufwand von CHF 14.6 Mio. führte. Daneben verkaufte die Aduno Gruppe 2019 ihre Beteiligung an der SwissWallet AG und nahm verschiedene kleinere Devestitionen bei der Accarda AG vor. Im Rahmen der jährlichen Überprüfung der Werthaltigkeit auf den immateriellen Vermögenswerten wurde zudem eine Einzelwertberichtigung in der Höhe von CHF 91.7 Mio. auf den Kundenbeziehungen und Lizenzverträgen vorgenommen. Weiter wurde aufgrund der Entwicklung des Steuerrekurses mit dem Kanton Zürich vorsorglich eine zusätzliche Rückstellung von CHF 53.3 Mio. getätigt.

Sehr solide Kapitalbasis und zurückgehender Mitarbeiterbestand

Die Bilanzsumme der Aduno Gruppe betrug per 31. Dezember 2019 CHF 1‘421.8 Mio. (Vorjahr: CHF 2'578.3 Mio.). Das Eigenkapital nahm von CHF 650.3 Mio. per Ende 2018 auf neu CHF 654.8 Mio. zu. Das entspricht einer Eigenkapitalquote von 46.1 Prozent. Per 31. Dezember 2019 beschäftigte die Aduno Gruppe 783 (Vorjahr 912) Mitarbeitende (Vollzeitäquivalente). Die Abnahme ist auf den Verkauf der cashgate AG sowie die Devestitionen bei der Accarda AG zurückzuführen.

Kartengeschäft weiter auf Kurs

Der Transaktionsumsatz im Issuing stieg 2019 erneut stark an, und zwar um 9.3 Prozent auf CHF 10.9 Mrd. (Vorjahr: CHF 9.9 Mrd.). Grösster Wachstumstreiber war die anhaltende Bargeldsubstitution. Das zeigt sich deutlich an der Anzahl getätigter Kreditkartentransaktionen (+18.9 Prozent). Auch Kleinbeträge werden heute immer öfter mit der Kreditkarte bezahlt. Der Anteil der kontaktlosen Transaktionen im inländischen Präsenzgeschäft (POS-Transaktionen) ist ebenfalls weiterhin stark gestiegen, von durchschnittlich 48.3 Prozent im Jahr 2018 auf 54.9 Prozent im Jahr 2019. Beim Auslandvolumen hat 2019 das Geschäft in den Bereichen Food (Discounter/Supermärkte), Warenhäuser, Software und digitale Produkte, Freizeit sowie Restaurants angezogen.

Der Kartenbestand überstieg 1.6 Millionen Karten (exklusive Accarda), was einem Plus gegenüber dem Vorjahr von 5.9 Prozent entspricht. Dazu trugen insbesondere die Debitkarten der neuen Generation (Debit Mastercard® und Mastercard Flex®) bei, die nach der Lancierung 2018 im vergangenen Jahr weiter an Zuspruch gewonnen haben. Die Zunahme resultiert vor allem aus dem starken Wachstum bei den Vertriebspartnern – verschiedene Kundenbanken haben im Berichtsjahr eine Debit Mastercard® oder Mastercard Flex® eingeführt.

Der ungebrochene Anstieg bei den Karten ist ein deutliches Indiz, dass die Aduno Gruppe mit ihrer Strategie der Fokussierung auf dem richtigen Weg ist. Der Ausbau des Kartengeschäfts wird 2020 denn auch konsequent fortgeführt.

Digitalisierung schreitet voran

Flankiert wird die Strategie der Fokussierung von der fortschreitenden Digitalisierung der Dienstleistungen. So wurden 2019 zahlreiche Neuerungen in der one App eingeführt, die den Kundennutzen der mehrfach ausgezeichneten App weiter steigern. Unter anderem erhält der Kunde dank der Personal Finance Management-Lösung von Contovista neu detaillierte Informationen zu seinen Ausgaben. Das erhöht die Kontrolle über die eigenen Finanzen – und damit die Attraktivität der App – erheblich. Auch die Self-Service-Funktionen wurden weiter ausgebaut, etwa um die Funktion «Ersatzkarte bestellen».

Daneben war Mobile Payment in der Digitalisierung 2019 das dominierende Thema: Mit der Einführung von Apple Pay, Samsung Pay und SwatchPAY! hat die Aduno Gruppe im vergangenen Jahr gleich drei Mobile-Pay-Lösungen von grossen Anbietern in ihr Portfolio aufgenommen. Kunden profitieren heute von einem breiten Angebot an entsprechenden Lösungen. Im laufenden Jahr folgen weitere Mobile-Pay-Lösungen.

Beim dritten Standbein der Digitalisierungsstrategie der Aduno Gruppe – den APIs – konnten 2019 weitere Kunden gewonnen werden. Zudem wurde die Plattform um 15 neue Application Programming Interfaces erweitert, darunter je eine für die Abfrage von Transaktionsdaten, die Verwaltung der Kartenlimite sowie den Zugriff auf Kartenabrechnungen. Die digitalen Schnittstellen helfen Kundenbanken dabei, Daten, Dienstleistungen und Funktionen von Viseca in ihre eigenen Anwendungen zu integrieren und so ihren Kunden zur Verfügung zu stellen.

Contovista mit neuer Lösung für KMUs

Die 100-prozentige Tochtergesellschaft und Schweizer Marktführerin für Data-driven Banking hat ihr Produkteportfolio auch 2019 weiter ausgebaut: Gemeinsam mit Valiant und Swisscom hat Contovista im vergangenen September eine Multibanking-Lösung mit einem Finanzcockpit für KMUs lanciert. Damit ermöglicht Valiant KMUs eine zentrale Bewirtschaftung ihrer Liquidität über verschiedene Bankbeziehungen hinweg. Mit dieser Erweiterung des Business Finance Managers von Contovista haben KMUs noch mehr Kontrolle über ihre Finanzen und sparen dabei Zeit.

Daneben ging Contovista 2019 eine Partnerschaft mit NDGIT, der ersten API-Plattform für Banking und Insurance in Europa, ein. Einerseits haben die beiden Partner ein gemeinsames Projekt für digitale Kreditprozesse lanciert. Und andererseits kann Contovista ab sofort auch über den API-Marktplatz von NDGIT angebunden werden.

Mit dem Verkauf der restlichen Anteile an die Aduno Gruppe haben sich die beiden Gründer von Contovista, Gian Reto à Porta und Nicolas Cepeda, aus dem operativen Geschäft zurückgezogen. Neuer CEO wurde per 1. Januar 2020 Dominik Wurzer, der bereits seit 2017 als Chief Sales Officer bei Contovista tätig war.

Keine nennenswerten Ereignisse bei WEKO-Untersuchung und Strafverfahren

Im November 2018 hat die Wettbewerbskommission gegen mehrere Schweizer Kreditkartenherausgeber eine Untersuchung eingeleitet. Die Aduno Gruppe kooperiert vollumfänglich mit der Wettbewerbskommission. Im Berichtsjahr ergaben sich in dieser Angelegenheit keine nennenswerten Entwicklungen.

2017 hat die Aduno Gruppe durch eine eigene unabhängige Untersuchung sowie eine darauffolgende Strafanzeige ein Verfahren gegen ehemalige Organe des Unternehmens eingeleitet. Das Verfahren ist bei der Staatsanwaltschaft des Kantons Zürich hängig.

Umsatzvolumen Issuing

[Mrd. CHF]

Kartentransaktionen

[Mio. Anzahl]